ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax steigt vor Tech-Zahlen und Zinsentscheiden
Vor den anstehenden Quartalszahlen wichtiger
US-Technologiekonzerne und den Zinsentscheidungen in den USA und der
Eurozone hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag freundlich
gezeigt. Der Leitindex Dax schloss 0,71 Prozent höher
bei 25.590,77 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen
Unternehmen ging es um 0,69 Prozent auf 30.495,47 Punkte aufwärts.
Die aktuelle Handelswoche könnte wichtige Weichen für die nächsten
Kursbewegungen stellen, schrieb Marktanalyst Salah-Eddine Bouhmidi
vom Handelshaus IG. Mit den Quartalszahlen von Alphabet
und Microsoft am Mittwoch sowie Amazon
am Donnerstag erreiche die Berichtssaison der
Unternehmen einen Höhepunkt.
Zudem stehen einige geldpolitische Entscheidungen an: Am Mittwoch
jene der US-Notenbank Fed, gefolgt von der Europäischen Zentralbank
am Donnerstag und der Bank of Japan am Freitag. "Damit treffen
innerhalb weniger Tage Unternehmenszahlen auf neue Signale zum
künftigen Zinskurs. Diese Kombination hat das Potenzial, die
Risikobereitschaft der Anleger deutlich zu verändern", so Bouhmidi.
Derweil lieferten die jüngsten Quartalszahlen großer europäischer
Konsumgüterkonzerne wenig Anlass zur Zuversicht, schrieb Andreas
Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Die
Ergebnisse von Nestle , Reckitt und
Beiersdorf zeigten, dass die Verbraucher ihr
Kaufverhalten zunehmend an die gestiegenen Lebenshaltungskosten
anpassten.
Die Aktien von Beiersdorf rutschten um 3,3 Prozent ab. Ein Börsianer
wertete das Geschäft der Sparte Tesa als Enttäuschung.
Mercedes-Benz hatte wegen der Krise in China und
hoher Kosten seine Gewinnpläne für das laufende Jahr gestutzt. Neben
einem zunehmend herausfordernden Umfeld in China erwartet der
Autobauer auch höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für
Material. Die Papiere verloren als Dax-Schlusslicht fast vier
Prozent.
Am MDax-Ende wurden die Titel von Suss Microtec mit
einem Kursabschlag von 4 Prozent für ihre gesenkten Jahresziele
abgestraft. Zwischenzeitlich waren die Papiere des Anlagenbauers für
die Chipindustrie bis um 13 Prozent auf das tiefste Niveau seit März
eingebrochen und hatten seit dem Rekordhoch im Juni rund 60 Prozent
eingebüßt.
Die Papiere von Porsche AG hingegen reagierten mit
einem Kursplus von fast vier Prozent auf Quartalszahlen des
Sportwagenbauers. Die Stuttgarter hätten ein insgesamt ordentliches
Quartal hinter sich, das die zum Vorjahr gestiegene Dynamik
bestätige, kommentierte Analyst Jose Asumendi von der US-Bank
JPMorgan.
Die Anteilscheine von Flatexdegiro bauten ihre
jüngste Kurserholung um mehr als fünf Prozent aus. Zuvor hatte die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die zusätzliche
Eigenmittelanforderung für den Online-Broker von 2,50 Prozent auf
1,50 Prozent gesenkt.
Der IT-Dienstleister Cancom hatte wegen der weiter
anhaltenden Kaufzurückhaltung seine Umsatzzielspanne für 2026
gesenkt. Der Aktienkurs sackte am Ende des Nebenwerteindex SDax
um sechs Prozent ab.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,79
Prozent auf 6.164,69 Punkte. Der Schweizer SMI legte
weniger deutlich zu, während der FTSE 100 nachgab. In
London hatten enttäuschende Quartalsberichte der Bank HSBC
und von Reckitt belastet. Der Dow Jones Industrial
bewegte sich zum europäischen Handelsschluss kaum vom
Fleck./la/he