Aktien Frankfurt: Zurückhaltung vor US-Tech-Zahlen und Zinsentscheiden
Vor den anstehenden Quartalszahlen wichtiger
US-Technologiekonzerne und den Zinsentscheidungen in den USA und der
Eurozone hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag verhalten
entwickelt. Der Dax notierte am späten Vormittag 0,1
Prozent höher bei 25.442 Punkten. Am Montag war der Leitindex
zeitweise knapp über 25.500 Punkte zurückgekehrt, letztlich aber
doch unter seiner 100-Tage-Durchschnittslinie geblieben.
Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es nun
um 0,2 Prozent auf 30.240 Punkte abwärts. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 stieg um 0,1 Prozent.
"Die Finanzmärkte stehen vor einer Woche, die wichtige Weichen für
die nächsten Kursbewegungen stellen könnte. Mit den Quartalszahlen
von Alphabet und Microsoft am Mittwoch
sowie Amazon am Donnerstag erreicht die
Berichtssaison einen Höhepunkt", bemerkte Marktanalyst Salah-Eddine
Bouhmidi vom Broker IG.
Zudem stünden einige Zinsentscheidungen an: Am Mittwoch jene der
US-Notenbank Fed, gefolgt von der EZB am Donnerstag und der Bank of
Japan am Freitag. "Damit treffen innerhalb weniger Tage
Unternehmenszahlen auf neue Signale zum künftigen Zinskurs. Diese
Kombination hat das Potenzial, die Risikobereitschaft der Anleger
deutlich zu verändern", so Bouhmidi.
Die Aktien von Beiersdorf rutschten nach der Vorlage
der Quartalszahlen des Konsumgüterkonzerns um 3,3 Prozent ab,
nachdem sie am Freitag noch auf das höchste Niveau seit April
geklettert waren. Beiersdorf hielt den Umsatz im dritten Quartal
stabil und damit im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Der im
Sommer gesenkte Jahresausblick wurde bestätigt. Ein Börsianer
wertete aber das Geschäft der Sparte Tesa als Enttäuschung.
Der Autobauer Mercedes-Benz stutzt wegen der Krise in
China und hoher Kosten seine Gewinnpläne für das laufende Jahr.
Neben einem zunehmend herausfordernden Umfeld in China erwartet der
Konzern auch höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für
Material. Die Aktie verlor als Dax-Schlusslicht 3,6 Prozent und
nähert sich damit dem tiefsten Stand seit sechs Jahren.
Die Titel von Suss Microtec wurden mit einem
Kursabschlag von knapp 9,5 Prozent für ihre gesenkten Jahresziele
abgestraft. Die Papiere des Anlagenbauers für die Chipindustrie
fielen zeitweise auf das tiefste Niveau seit März und verloren seit
dem Rekordhoch im Juni damit rund 60 Prozent an Wert.
Die Papiere der Porsche AG reagierten mit einem
Kursplus von 3,8 Prozent auf Quartalszahlen des Sportwagenbauers.
Bei Umsatz und operativem Ergebnis hatten Analysten etwas mehr auf
dem Zettel, die Profitabilität traf jedoch die Erwartungen.
Porsche-Chef Michael Leiters bestätigte den Jahresausblick. Die
Stuttgarter hätten ein insgesamt ordentliches Quartal hinter sich,
das die zum Vorjahr gestiegene Dynamik bestätige, kommentierte
JPMorgan-Analyst Jose Asumendi.
Cancom senkte wegen der weiter anhaltenden
Kaufzurückhaltung seine Umsatzzielspanne für 2026. Im dritten
Quartal fielen die Erlöse des IT-Dienstleisters und das operative
Ergebnis (Ebitda) ging zurück. Der Aktienkurs sackte am SDax-Ende um
5,5 Prozent ab.
Der Finanzdienstleister Hypoport verdiente im dritten
Quartal mehr als ein Jahr zuvor. Die Aktie stieg um 2,9
Prozent./edh/jha/