ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax sackt am großen Verfallstag ab
Der Dax ist am sogenannten
großen Verfallstag eingeknickt. An diesem Freitag liefen an den
Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes
aus, was immer wieder für größere Kursschwankungen sorgt. Wegen der
angespannten Lage im Nahen Osten und der Öl- und Gasversorgung
bleiben die Anleger vorsichtig, nicht zuletzt weil der Ölpreis
weiter auf hohem Niveau notiert. Angesichts der damit auch weiterhin
hohen Inflationsgefahr legten zudem an den Anleihemärkten die
Renditen wieder zu, was Aktien gegenüber festverzinslichen
Wertpapieren benachteiligt.
Der Dax schloss 1,60 Prozent tiefer bei 25.304,06 Punkten. Auf
Wochensicht ergibt sich damit für den deutschen Leitindex ein Minus
von 1,03 Prozent. Der MDax der mittelgroßen
Unternehmen sank am Freitag um 1,16 Prozent auf 31.083,97 Zähler.
Marktteilnehmern zufolge richtet sich das Augenmerk der Anleger
bereits auf die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
an diesem Wochenende. Das schlimmste Szenario für Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) wäre der Verlust des Berliner
Oberbürgermeisteramtes und/oder das Verfehlen der 5-Prozent-Hürde in
Mecklenburg-Vorpommern, hieß es.
Als spezifischen Belastungsfaktor für den Dax nannte Analyst Andreas
Lipkow vom Handelshaus CMC Markets aktuelle deutsche
Inflationsdaten. Der Anstieg der Erzeugerpreise beschleunigte sich
im August stärker als erwartet. Damit verdichteten sich die Hinweise
auf einen wieder zunehmenden Preisdruck in Deutschland.
Am Dax-Ende knickten die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW)
um 5,6 Prozent ein, nachdem der Autobauer seine
Gewinnprognose deutlich gesenkt hatte. Als Gründe nannte das
Management eine Abschreibung auf den Firmenwert der
Sportwagentochter Porsche AG in Milliardenhöhe,
schwache China-Geschäfte und den teuren Konzernumbau. Im Sog büßten
die ebenfalls im Dax gelisteten Papiere der Branchenkollegen BMW
, Continental und Mercedes-Benz
bis zu 4,8 Prozent ein. Im MDax verloren die
Anteilsscheine der Porsche AG 3,3 Prozent,
Die Aktien von Infineon standen mit einem Kursplus
von 2,7 Prozent an der Dax-Spitze. Die Investmentbank Oddo BHF hatte
die Anteilsscheine des Halbleiterkonzerns hochgestuft. Mittlerweile
ließen sich die Aussichten auf eine hervorragende Geschäftsdynamik
des Unternehmens im Jahr 2027 kaum noch ignorieren, betonte Analyst
Stephane Houri.
Auch andere Werte aus dem Halbleitersektor setzten ihre Erholung
fort, nachdem Anfang der Woche noch die Sorge dominiert hatte, dass
der KI-Ausbau überhandnimmt und Sicherheitsrisiken mit sich bringt.
Zuletzt gab es aber beruhigende Stimmen, dass dies eher mehr
Rechenleistung erforderlich macht als weniger. Dies wirkte sich am
Freitag dann auch stützend auf die Aktien der deutschen
Chip-Branchenausrüster Jenoptik , Suss Microtec
sowie Aixtron aus.
Besonders deutlich legten zu Wochenschluss die Siltronic-Papiere
mit plus 10,5 Prozent auf knapp 77 Euro zu. Sie
profitierten davon, dass die Schweizer Großbank UBS ihnen mit einem
120-Euro-Ziel noch viel Potenzial zutraut, obwohl der Kurs in diesem
Jahr schon um mehr als die Hälfte zugelegt hat.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 1,37
Prozent auf 6.236,20 Punkte ein. Außerhalb der Eurozone
präsentierten sich der FTSE 100 in London und der SMI
in Zürich ebenfalls schwach. In New York gab der Dow
Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss
leicht nach./la/nas