ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Schwächeres Ende einer starken Börsenwoche
Höhere Ölpreise sowie schwache Vorgaben von
den Börsen in den USA und Asien haben dem deutschen Aktienmarkt am
Freitag einen Dämpfer verpasst. Belastet wurde der Markt vor allem
von einer allgemeinen Schwäche des Technologiesektors, nachdem
US-Schwergewichte wie Amazon und Intel
mit ihren Quartalszahlen und Ausblicken enttäuscht hatten. Aktuelle
Inflationsdaten aus Deutschland hatten kaum Einfluss auf die Kurse.
Der Dax schloss 0,85 Prozent im Minus bei 25.818,21
Punkten, nachdem er tags zuvor das höchste Niveau seit Anfang
September erreicht und am Ende ein Plus von 1,3 Prozent verzeichnet
hatte. Damit ergibt sich für den deutschen Leitindex ein
Wochengewinn von 2,5 Prozent. Für den Monat Oktober steht ein
Aufschlag von gleichfalls 2,5 Prozent zu Buche. Der MDax
der mittelgroßen Unternehmen fiel am Freitag um 1,06
Prozent auf 30.472,32 Zähler.
Die Ölpreise stiegen angesichts wachsender Sorgen über einen
möglichen erneuten Militärschlag der USA im Iran auf den höchsten
Stand seit April. Seit Längerem wird über mögliche neue Angriffe der
Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran nach den
US-Parlamentswahlen spekuliert, die am kommenden Dienstag
stattfinden.
Die Verbraucherpreise hierzulande lagen im Oktober um 2,8 Prozent
über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 3,3 Prozent im September.
Volkswirte hatten mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent
gerechnet. "Dass die Inflation unter die Marke von 3 Prozent fällt,
liegt vor allem am Tankrabatt", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg
Krämer. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh.
Die aktuelle Tech-Schwäche nach der jüngsten Stabilisierung erfasste
Papiere von Unternehmen aus der Halbleiterbranche und deren Umfeld:
Jenoptik , Elmos , Suss Microtec
und Siltronic verloren im MDax bis zu
7,5 Prozent. Im Dax büßten die Anteilsscheine von Infineon
6,4 Prozent und die von Siemens Energy
als Profiteur des Baus von KI-Rechenzentren am Index-Ende 6,9
Prozent ein.
Ein positives Urteil in einem Glyphosat-Prozess trieb die Aktien von
Bayer an der Dax-Spitze um weitere 5,5 Prozent nach
oben. Eine Geschworenen-Jury im US-Bundesstaat Missouri hatte
zugunsten des Pharma- und Agrarchemie-Konzerns geurteilt.
Jefferies-Analyst Michael Leuchten sprach von einem ermutigenden
Gerichtserfolg.
Der Chemiekonzern Evonik stellt sich gegen das
Übernahmebegehren des größeren Wettbewerbers BASF .
Nach Prüfung sei entschieden worden, nicht in Verhandlungen
einzutreten, teilte Evonik mit. Der Vorstand sei aber bereit zu
einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit BASF, in dem
beide Seiten ihre Positionen erläutern könnten. Die Evonik-Papiere
und die BASF-Titel legten jeweils etwas zu,
Puma verbuchte im dritten Quartal einen geringeren
Verlust als im Vorjahr. Die Anteilsscheine des
Sportartikelherstellers standen mit einem Kursplus von 5,6 Prozent
an der MDax-Spitze.
Die Papiere von Alzchem brachen um 7,7 Prozent ein.
Analyst Gerhard Orgonas von der Berenberg Bank rechnet damit, dass
die durchschnittlichen Marktschätzungen für das operative Ergebnis
des Spezialchemiekonzerns nach unten korrigiert werden.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,22
Prozent auf 6.131,31 Punkte. Der Züricher SMI
hingegen legte moderat zu und profitierte von den Gewinnen der
defensiven Schwergewichte. Der Londoner FTSE 100
bewegte sich kaum vom Fleck. In New York fiel der US-Leitindex Dow
Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um
0,9 Prozent./la/zb