Aktien Frankfurt: Dax steigt über 26.000 Punkte - Hoch seit sieben Wochen
Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten
Erholungskurs am Donnerstag beschleunigt fortgesetzt. Der Dax
stieg am Vormittag kurzzeitig über die Marke von
26.000 Punkten auf das höchste Niveau seit mehr als sieben Wochen.
Zuletzt notierte der Leitindex 0,9 Prozent im Plus bei 25.942
Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann
1,0 Prozent auf 30.732 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
legte um 0,3 Prozent zu.
Licht und Schatten zeigten nach US-Börsenschluss am Mittwoch die
Quartalsbilanzen der Tech-Giganten Microsoft und
Alphabet . Microsoft überzeugte, während die
Google-Muttergesellschaft enttäuschte. In Asien waren Anleger mit
dem Abschneiden von Samsung nicht zufrieden. Auch
hierzulande geht die Berichtssaison der Unternehmen mit voller Fahrt
weiter.
Die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Vorabend, die Leitzinsen
unverändert zu lassen, war wie erwartet ausgefallen. Auch die
Europäische Zentralbank (EZB) dürfte an diesem Donnerstag Ökonomen
zufolge ihre Zinsen nicht verändern.
Am Vormittag gab die EZB bekannt, dass Christine Lagarde am 7.
Februar 2027 vorzeitig als Präsidentin der Zentralbank abtritt. Dies
ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel
Macron noch vor der Wahl in Frankreich im April 2027 die
Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu
klären. Hintergrund sind Sorgen, dass eurokritische Rechtspopulisten
um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft
gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren
könnte.
Die Aktien von Adidas stiegen nach detaillierten
Quartalszahlen auf den höchsten Stand seit Mitte August und
notierten an der Dax-Spitze zuletzt 4,0 Prozent im Plus. Der
Sportartikelhersteller hatte die vorläufigen Zahlen für das dritte
Jahresviertel sowie die unlängst erhöhte Prognose bestätigt. Analyst
Piral Dadhania von der Bank RBC sieht im dritten Quartal eine
Fortsetzung der global starken Trends.
Der Konsumgüterkonzern Henkel machte im dritten
Quartal mehr Umsatz als im Vorfeld erwartet. Dabei profitierte das
Unternehmen stark von höheren Preisen. Die Verkaufsmengen legten
ebenfalls zu, jedoch nicht so deutlich. Für die Erlösentwicklung
zeigte sich Henkel für das laufende Jahr optimistischer und passte
auch den Ergebnisausblick an. Die Aktie gewann 0,2 Prozent.
Der Wohnimmobilienkonzern Vonovia erwartet, dass der
bereinigte operative Gewinn (Ebitda) im laufenden Jahr in der
unteren Hälfte der anvisierten Spanne liegen wird. Bei Anlegern kam
das nicht gut an. Die seit Monaten unter Druck stehende
Vonovia-Aktie fiel auf ein weiteres Tief seit dem Frühjahr 2023 und
verlor als Dax-Schlusslicht zuletzt 4,3 Prozent.
Nach einer dreitägigen Kurserholung legten die Papiere von MTU
mit minus 2,1 Prozent wieder den Rückwärtsgang ein.
Am Freitag waren sie auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni
gefallen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sei im dritten
Quartal etwas hinter der Konsensschätzung zurückgeblieben, schrieb
George McWhirter von der Berenberg Bank.
Eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung , schwache
Geschäfte in China und Kosten für den Konzernumbau drückten
Volkswagen im dritten Quartal tief in die roten
Zahlen. Der Konzernverlust nach Steuern lag in den Monaten Juli bis
September bei rund 5,82 Milliarden Euro. Die VW-Vorzugsaktie stieg
dennoch um 1,7 Prozent.
Die Aktien von Airbus gewannen nach Geschäftszahlen
2,5 Prozent. Der weltgrößte Flugzeughersteller steuert trotz eines
Sommers mit Produktionsmängeln bei den Auslieferungen weiterhin auf
ein Rekordjahr zu.
Die Titel von Knorr-Bremse sackten nach
Quartalszahlen des Bremsenherstellers als schwächster Wert im MDax
um 4,7 Prozent ab. Auftragseingang, Umsatz und operatives Ergebnis
hätten die Konsensschätzungen nicht erreicht, schrieb
JPMorgan-Experte Akash Gupta.
Teils höhere Absatzpreise und das laufende Kostenprogramm trieben
Wacker Chemie im Sommerquartal an. Die Jahresziele
für Umsatz und operativen Gewinn wurden bestätigt. Die
Nettoverschuldung soll indes niedriger ausfallen als bisher gedacht.
Die Wacker-Papiere verteuerten sich um 3,3 Prozent.
Der Stahlhersteller Salzgitter hob nach den ersten
neun Monaten sein Ergebnisziel für das Gesamtjahr erneut an. Die
Salzgitter-Titel zogen als MDax-Spitzenreiter um 8,5 Prozent
an./edh/stk