ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Verluste drücken Dax unter Vortagstief
Am deutschen Aktienmarkt haben die Kurse am
Dienstag an den schwachen Wochenauftakt angeknüpft. Laut den
Experten der Landesbank Helaba sind neben den hohen Energiepreisen
auch Unruhen in europäischen Städten Frankreichs und steigende
Anleiherenditen als derzeit kursbelastende Faktoren zu nennen. Der
Dax weitete seine Verluste im frühen Handel mit
zuletzt 25.095 Punkten auf 0,9 Prozent aus. Der MDax
verlor ein Prozent auf 30.199 Zähler.
Der Leitindex Dax rutschte durch seine Verluste unter sein
Vortagstief und unter die kurzfristig relevante Indikatorlinie des
21-Tage-Durchschnitts. Charttechnisch wackelt damit der am Freitag
versuchte Ausbruch aus dem jüngsten Korrekturtrend, der Ende August
mit dem Rekord begonnen hatte. Als wichtige Unterstützungen werden
neben der 25.000-Punkte-Marke die bei 24.877 Zählern verlaufende
200-Tage-Linie sowie das bisherige Oktober-Tief von 24.792 Zählern
angesehen.
Inmitten der Marktschwäche belasten schwache Vorgaben aus Asien am
Dienstag auch den Technologiesektor wieder deutlich. Der
US-Branchenindex Nasdaq 100 hatte sich am Vorabend
nach seinem jüngsten Rutsch zwar etwas stabilisiert, doch in Asien
ging es wieder abwärts. Besonders schwach zeigte sich in Fernost
wieder einmal der von Samsung und SK Hynix
geprägte südkoreanische Kospi .
Die Infineon-Titel gaben vor diesen Hintergründen als
einer der größten Dax-Verlierer um drei Prozent nach. Im MDax
erwischte es Ausrüster und Zulieferer wie Aixtron ,
Suss Microtec und Siltronic mit
Kursverlusten von bis zu knapp sechs Prozent. Mit Hochtief
und Siemens Energy gerieten auch
andere Werte mit Fantasie für den Ausbau von Rechenzentren unter
Druck.
Dies galt auch für das Dax-Schwergewicht Siemens ,
dessen Aktien mit einem Abschlag von fast vier Prozent zum größten
Indexverlierer wurden. Sie folgten damit den schwachen Vorgaben des
Schweizer Konkurrenten ABB , dessen Kurs nach der
Veröffentlichung von Quartalszahlen in Zürich um mehr als sechs
Prozent absackte. Rekordhohe Auftragseingänge von ABB konnten den
Sektor also nicht stützen.
In Frankreich sollen nach den massiven Ausschreitungen vom
Wochenende Ausgangssperren verhängt werden. Nach Ansicht der LBBW
macht diese Situation die derzeitigen Bemühungen um eine
Konsolidierung des französischen Staatshaushalts nicht einfacher.
Vermutlich werde dieser dadurch "eher auf die lange Bank geschoben".
Damit einhergehend bleibt die Unsicherheit am Anleihemarkt groß.
Steigende Marktzinsen sind schon länger ein Problem für
Immobilienunternehmen, unter denen die Titel von Vonovia
am Dienstag einen weiteren Tiefstand seit 2023
erreichten. Der Kurs von LEG fiel, nachdem die
US-Bank Morgan Stanley ihr Votum auf "Underweight" gesenkt hatte.
Die Aktien von TAG Immobilien schlugen sich mit einem
Anstieg um rund zwei Prozent nach einer Kaufempfehlung von Goldman
Sachs aber besser. Der Wachstumsmotor Polen verhelfe zu einer
branchenführenden Gewinndynamik, schrieb der Experte Jonathan
Kownator. Zudem lobte er bei TAG die Rendite und die geringen
Leerstände im deutschen Immobilienbestand.
Im Dax waren die Aktien des Energiekonzerns Eon dank
ihres defensiven Charakters unter den Gewinnern. Ein Händler verwies
hier auf das Nachwirken eines Artikels im "Manager Magazin", das am
Vortag von einem Sparprogramm namens Polaris berichtet hatte. Der
Börsianer sah in den damit verbundenen möglichen Einsparungen eine
Chance auf eine vorübergehend positive Kurswirkung./tih/stw