ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Techwerte armer Dax legt moderat zu
Angesichts leicht nachgebender Ölpreise und
trotz eines weltweit erneut unter Druck geratenen Technologiesektors
hat der Dax am Dienstag moderat zugelegt.
Der nur mit wenigen Techaktien bestückte deutsche Leitindex gewann
im frühen Geschäft 0,4 Prozent auf 25.370 Punkte. Am Vortag war er
noch an der den kurzfristigen Trend signalisierenden 21-Tage-Linie
bei um die 25.320 Punkte zurückgeprallt. Nun bleibt abzuwarten, ob
der wieder gelungene Sprung darüber nachhaltig ist. Nach unten hin
wird der Dax von der für den längerfristigen Kursverlauf relevante
200-Tage-Linie bei etwas über 24.860 Zählern gestützt.
Der MDax stieg am Morgen zugleich um 0,3 Prozent auf
30.185 Punkte. Der EuroStoxx 50 , Leitindex der
Euroregion, zeigte sich unterdessen prozentual unverändert zum
Vortagesschluss.
"Berichte über die Entwicklung leistungsfähiger KI-Chips durch das
chinesische Unternehmen CXMT lösen aktuell massive Gewinnmitnahmen
bei Halbleiteraktien in Südkorea und anderen asiatischen Märkten
aus", erklärte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
"Die technologische Konkurrenz aus dem Reich der Mitte nährt die
Sorge, wie lange sich die hohen Bewertungen und Gewinnmargen der
etablierten Chipkonzerne noch rechtfertigen lassen."
Die Marktexperten der Dekabank schrieben in ihrem Morgenkommentar:
"Der Ausverkauf der Halbleiterwerte verschärft sich, nachdem der
Broadcom -Chef vor zu hohen Erwartungen an KI und vor
Finanzierungsproblemen beim Ausbau gewarnt hat."
Schlusslicht im Leitindex war die Infineon -Aktie mit
minus 4,6 Prozent. Im MDax büßten Aktien wie die von Elmos
, Aixtron , Suss Microtec
oder auch Siltronic zwischen 2,6 und 3,9 Prozent ein
und schlossen sich der Talfahrt in den USA am Vorabend und in Asien
an diesem Morgen an.
Symrise profitierten unterdessen mit zeitweise fast 5
Prozent von Umsatzzahlen des Konkurrenten Givaudan
aus der Schweiz. Dessen Geschäft mit Aromen erholte sich im dritten
Quartal, während das Geschäft mit Duftstoffen und
Kosmetikwirkstoffen deutlich stärker wuchs. Zuletzt kamen die
Symrise-Aktien etwas zurück, blieben mit plus 3,3 Prozent aber immer
noch der Spitzenwert im Dax und zudem auf dem höchsten Stand seit
Sommer 2025.
Unter Druck stand im MDax neben den Techwerten zudem auch der
Anteilsschein von Schaeffler mit minus 3,0 Prozent.
Der Umsatz des Auto- und Industriezulieferers stagnierte im dritten
Quartal und die bereinigte Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und
Steuern (Ebit) sank. Im verlustreichen Geschäft mit der E-Mobilität
entschied sich Schaeffler zudem, Sonderabschreibungen und
Rückstellungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich vorzunehmen.
Die Prognose für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele für
2028 wurden bestätigt.
Fraport legten unterdessen um 1,7 Prozent zu. Der
Flughafenbetreiber hatte Verkehrszahlen für den Monat September
vorgelegt und im Vergleich zum Vorjahr sowohl im Bereich Passagiere
als auch dem Frachtbereich Zuwächse gemeldet.
Evonik und BASF legten jeweils um
etwas weniger als ein Prozent zu. Im Falle einer möglichen Übernahme
von Evonik würde BASF die Zusagen des Spezialchemiekonzerns zu
Standorten und Arbeitsplätzen nicht untergraben, berichtete die
"Börsen-Zeitung". BASF sei bereit, entsprechende Verpflichtungen in
einer Vereinbarung mit Evonik einzugehen, hieß es den Angaben
zufolge von zwei dem Ludwigshafener Chemiekonzern nahestehenden
Personen. Damit seien lediglich frühere Aussagen bekräftigt worden,
sagte ein Händler dazu und hält ein höheres Angebot für Evonik nur
für "eine Frage der Zeit"./ck/mis