ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax klar erholt vom tiefsten Stand seit Juli
Der Dax hat sich am Freitag
deutlich erholt. Zum Handelsende gewann der deutsche Leitindex 1,17
Prozent auf 25.231,20 Punkte, womit er sein Wochenminus auf 0,7
Prozent eindämmte. Am Vortag war er zeitweise erstmals seit Juli
wieder unter 25.000 Zähler gerutscht und hatte die Unterstützung bei
der für den langfristigen Trend wichtigen 200-Tage-Linie getestet.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verabschiedete
sich am Freitag 0,66 Prozent fester mit 30.450,00 Punkten.
Ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht half den Anlegern,
die zuletzt aufgekommenen Zins- und Inflationssorgen in den
Hintergrund zu drängen. Bereits davor hatten sinkende Ölpreise und
Anleiherenditen für etwas Entspannung gesorgt. Diese seien derzeit
die entscheidenden Faktoren für die Börsen, schrieb Timo Emden,
Chefmarktanalyst beim Online-Broker CapTrader.
Als Stütze für den deutschen Markt erwiesen sich einmal mehr Aktien
mit KI-Fantasie. Im Kielwasser erneut starker US-Chiptitel, die dem
Tech-Index Nasdaq 100 ein Rekordhoch bescherten,
eroberte der Halbleiterkonzern Infineon mit einem
Plus von 8,8 Prozent die Dax-Spitze. Der Baukonzern Hochtief
gewann 2,8 und der Energietechnikkonzern Siemens
Energy 2 Prozent.
Im MDax ging es für Infineon-Branchenkollege Elmos um
3,8 Prozent hoch. Die Aktien der Chipindustrie-Zulieferer Aixtron
, Siltronic , Suss Microtec
und Jenoptik legten um 5,9 bis 7,6
Prozent zu. Der Laserspezialist LPKF - am Mittwoch
noch von einer Prognosesenkung ausgebremst - gewann an der SDax
-Spitze knapp 5,9 Prozent.
Die Titel der Sportwarenhersteller Adidas und Puma
zeigten sich mit plus ein beziehungsweise minus 0,7 Prozent wenig
beeindruckt von enttäuschenden Nike
-Geschäftsaussagen, welche die Aktien des
US-Branchenprimus nach unten zogen. Die Probleme des US-Konzerns
sind einem Börsianer zufolge weitgehend "hausgemacht" und lassen nur
begrenzt negative Rückschlüsse für die deutschen Konkurrenten zu.
Die Anteile von Auto1 und Kion sackten
um 4,8 beziehungsweise 7,7 Prozent ab - jeweils nach
Analystengesprächen vor den Quartalsberichten. Experte Marcus Diebel
von JPMorgan schrieb in einem ersten Kommentar zu dem
Gebrauchtwagenhändler, die Aussagen zögen sinkende Gewinnschätzungen
nach sich. Sein Kollege Akash Gupta befürchtet beim
Warenlagerlogistiker eine Gewinnwarnung.
Die Aktien von Hensoldt hoben sich im MDax vom
erholten Rüstungsumfeld mit einem Anstieg um 3,1 Prozent weiter
positiv ab. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux sieht bei dem
Rüstungselektronik-Spezialisten eine Kaufchance nach der jüngsten
Abwertung des Sektors./gl/he