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Aktien Frankfurt: Ölpreisanstieg und KI-Sorgen beunruhigen Anleger

Belastet von steigenden Ölpreisen und neuen KI-Bedenken ist der deutsche Aktienmarkt zum Wochenstart eingeknickt. Der Dax fiel am Montagvormittag auf den tiefsten Stand seit Ende Juli und notierte zuletzt noch 0,6 Prozent im Minus bei 25.406 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sackte auf ein Tief seit mehr als drei Monaten ab und verlor am Nachmittag 1,6 Prozent auf 31.152 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,2 Prozent abwärts.

"Der Dax bleibt im Spannungsfeld eines Unsicherheitscocktails aus geopolitischen Risiken, geldpolitischen Fragezeichen und KI-Bedenken gefangen", sagte Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader. "Mit jedem weiteren Ölpreisschub wächst die Sorge, dass die Inflation befeuert und die Notenbanken unter Zugzwang gesetzt werden könnten."

Die Ölpreise legten wegen der von Saudi-Arabien abgeschalteten Ölpipeline und der weiter ungeklärten Lage rund um die Straße von Hormus zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent mit Lieferung im November kletterte um mehr als drei Prozent auf über 108 US-Dollar.

Zudem belasten neue Befürchtungen rund um das Trendthema KI. Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz sei er besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, fürchtet Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic. Er rief die Branche dazu auf, die Entwicklung ihrer leistungsfähigsten Modelle zu verlangsamen.

Amodei bekam mit dieser Meinung prominente Rückendeckung, etwa von Tesla - und SpaceX -Chef Elon Musk sowie dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, Sam Altman. Dieser erteilte zudem einem schnellen Börsengang seines Unternehmens eine Absage - der werde im laufenden Jahr wegen der vorhandenen Sicherheitsbedenken wohl nicht mehr stattfinden.

Dies bremste deutsche Aktien mit eingepreister Fantasie bei diesem Trendthema merklich ein. So gehörten die Titel der KI-Profiteure Siemens Energy , Infineon und Hochtief mit Verlusten von bis zu 8,5 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten. Am breiteren Markt erwischte es die Papiere von Chip-Branchenausrüstern wie Aixtron , Suss Microtec , Siltronic und Jenoptik mit Abgaben von bis zu 11 Prozent noch deutlicher.

Was die KI-Werte belastete, wurde am Montag zu einer Entlastung für Software-Werte, die in der ersten Jahreshälfte 2026 stark unter der Sorge gelitten hatten, dass KI ihre Geschäftspotenziale gefährden könnte. SAP-Anteilsscheine waren mit einem Anstieg von 4,8 Prozent der Spitzenreiter im Dax, genauso wie Nemetschek und Teamviewer in der zweiten und dritten deutschen Börsenliga.

Für die Papiere von Bayer ging es um 3,0 Prozent nach oben. Im Anlegerfokus steht dabei eine Anhörung vor einem Gericht im US-Bundesstaat Missouri mit Blick auf die finale Genehmigung eines Sammelvergleichs zu den Rechtsstreitigkeiten um den Unkrautvernichter "Roundup". Die Anhörung startet am Montag. Die Entscheidung des Gerichts wird den Angaben des Unternehmens zufolge erst zu einem späteren Zeitpunkt erwartet./edh/men

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416

AXC0170 2026-09-14/14:42

Relevante Links: SAP SE, Tesla Inc., TeamViewer AG, Space Exploration Technologies Corp., Bayer AG, Nemetschek SE, Aixtron SE, Süss MicroTec SE, Jenoptik AG, Siltronic AG, Siemens Energy AG, Infineon Technologies AG, Hochtief AG

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