ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erholung dank Ölpreis - US-Inflation stört nicht
Die europäischen Aktienmärkte haben
sich am Freitag etwas von ihren Vortagesverlusten erholt. Ermöglicht
wurde dies durch den Ölpreis, der nach seiner jüngsten Rally etwas
zurückkam. Entlastung brachte, dass der Iran und die Staaten am
Persischen Golf nach dem Wochenende über die umkämpfte Straße von
Hormus sprechen wollen.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,90
Prozent höher bei 6.325,13 Punkten, konnte damit ein Wochenminus
aber nicht mehr abwenden. Dieses war letztlich gut ein Prozent groß.
Außerhalb des Euroraums stieg der britische FTSE 100
um 0,39 Prozent auf 10.650,44 Zähler. In der Schweiz ging es für den
Leitindex SMI um 0,26 Prozent auf 13.775,27 Punkte
nach oben.
Von den US-Verbraucherpreisen kamen am Nachmittag zumindest keine
Störfeuer. Die Inflation hat sich im August auf hohem Niveau nicht
verändert und damit die Erwartungen erfüllt. Laut Tobias Basse von
der NordLB zeigen sich damit "keine klaren Entlastungstendenzen".
Der Experte glaubt, dass sie es den Gegnern einer Leitzinserhöhung
im Fed-Kommitee sehr schwer machen werden, eine Straffung in der
kommenden Woche noch zu verhindern.
Unter den Einzelwerten verloren die Titel von Novo Nordisk
3,4 Prozent, nachdem die US-Investmentbank Morgan
Stanley die Aktie des dänischen Pharmakonzerns auf "Underweight"
abgestuft hatte. Die Bewertung des Spezialisten für Diabetes- und
Abnehmpräparate spiegle mittelfristig maue Wachstumsperspektiven
noch nicht angemessen wider, schrieb Analyst Thibault Boutherin.
Gleiches gelte für die Bedeutung des näher rückenden Patentauslaufs
von Semaglutid.
An der Spitze der europäischen Sektoren konnten sich die Telekom-
und Bankensektoren absetzen mit
Kursanstiegen, die jeweils knapp 1,5 Prozent groß waren. Unter
anderem von Novo Nordisk bedingt, gab der Gesundheitssektor
auf der anderen Tabellenseite recht deutlich um 0,6
Prozent nach.
Noch etwas größere Verluste gab es nur im Chemiesektor
, der 0,9 Prozent an Wert verlor. Am Freitag äußerte
sich der Keybanc-Analyst Salvator Tiano skeptisch zur Branche, in
der die richtige Aktienauswahl wegen gegenläufiger Trends
schwieriger werde. Dem kriegsbedingten Rückenwind stünden
strukturelle Belastungen durch Überkapazitäten gegenüber. Aktien von
BASF waren im EuroStoxx das Schlusslicht.
In Paris zogen die Alstom -Aktien um 2,4 Prozent an.
Der französische Zugbauer hat Verträge im Wert von 1,2 Milliarden
Euro mit der englischen Eisenbahngesellschaft TransPennine Express
unterzeichnet./tih/nas