Bei den Anlegern am deutschen Aktienmarkt hat
am Dienstag nach soliden Daten aus der Wirtschaft die Zuversicht
überwogen. Auch fallende Öl- und Gaspreise verliehen den
Aktienbörsen Rückenwind.
Der Dax , der sich am Vortag über 26.000 Punkten
behauptet hatte, legte zu Handelsschluss um 0,61 Prozent auf
26.266,14 Zähler zu. Damit kommt das vor knapp zwei Wochen erreichte
Rekordhoch bei rund 26.574 Punkten wieder in Sichtweite. Für den
MDax mit den mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,74
Prozent auf 32.267,44 Punkte hinauf.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich weiter auf. Das
Ifo-Geschäftsklima als wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer
fiel im August besser aus als von Analysten erwartet. Ökonomen
rechnen trotz der Folgen des Iran-Kriegs und der jüngsten Dürre mit
einer Belebung der Wirtschaft. Auch fiel das Bruttoinlandsprodukt im
zweiten Quartal etwas besser aus als in einer ersten Schätzung.
Europas größte Volkswirtschaft ist somit drei Quartale in Folge
gewachsen.
"Offensichtlich profitiert die deutsche Wirtschaft von einer
deutlich stärkeren Nachfrage aus dem Ausland", kommentierte
Volkswirt Ralph Solveen von der Commerzbank die Ifo-Umfrage. Zudem
dürfte der Rückenwind von höheren Staatsausgaben in den nächsten
Quartalen eher zunehmen.
In den Blick rücken nun allmählich andere wichtige Ereignisse im
Wochenverlauf. Dazu zählen die Quartalszahlen von Nvidia
am Mittwoch und am Freitag die Rede von Fed-Präsident
Kevin Warsh auf dem jährlichen Notenbanktreffen in Jackson Hole. Vor
den Nvidia-Zahlen zur Wochenmitte erholten sich am Dienstag
Chipwerte etwas von ihrem schwachen Vortag. So gewannen Infineon
und Suss Microtec 1,3 respektive 1,5
Prozent.
Aktien von Siemens Energy stiegen um 2,7 Prozent.
Händler verwiesen auf einen Bloomberg-Bericht, wonach der
Elektrotechnikkonzern die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt
hat, einen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am
Dampfturbinengeschäft vorzubereiten. Die Pläne für einen Verkauf
seien nicht neu, die hohen Wertindikationen von über 10 Milliarden
Euro dürften den Aktienkurs aber begünstigen, hieß es.
Die Anteile von Adidas und Puma wurden
von gesenkten Geschäftsprognosen von Dick's Sporting Goods
belastet. Grund ist eine schwache Entwicklung der
erst im vergangenen Jahr übernommenen Kette Foot Locker. Adidas und
Puma gaben um 1,7 beziehungsweise 1,2 Prozent nach.
Deutz gewannen an der MDax-Spitze gut 11 Prozent. Die
Analysten von Kepler Cheuvreux und Oddo BHF hatten ihre Kursziele
für den Motorenhersteller und neuerdings auch im Rüstungsgeschäft
tätigen Konzern deutlich erhöht.
Der EuroStoxx 50 schloss am Dienstag moderat im Plus.
Außerhalb der Eurozone legten die Leitbörsen in Zürich und London
etwas stärker zu. In New York trat der Leitindex Dow Jones
Industrial zum europäischen Börsenschluss auf der
Stelle, der technologielastige Nasdaq 100 verbuchte
Gewinne./bek/he