Die Anleger am deutschen Aktienmarkt scheinen
am Dienstag trotz steigender Kurse vorsichtig zu bleiben angesichts
einiger wichtiger Ereignisse im Wochenverlauf. Dazu zählen
Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch und Signale zur
US-Geldpolitik, wenn am Freitag Fed-Präsident Kevin Warsh auf dem
Notenbanktreffen in Jackson Hole spricht.
Der Dax hatte sich am Vortag über der
26.000-Punkte-Marke behauptet und legte am Dienstag weiter zu. In
der ersten Handelsstunde gewann der deutsche Leitindex zuletzt 0,30
Prozent auf 26.184 Punkte.
Für den MDax mit den mittelgroßen Unternehmen ging es
um 0,33 Prozent auf 32.137 Punkte hinauf. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 stand 0,3 Prozent höher.
Die Ölpreise gaben am Dienstag weiter nach und stützten die
Aktienindizes. Am Vorabend hatte eine Rede des US-Finanzministers
Scott Bessent keine konkreten Maßnahmen aufgezeigt, mit denen die
USA den Kriegsgegner Iran stärker unter Druck setzen will. Zuvor
hatte die US-Regierung von einem "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran
gesprochen und damit gedroht, Teheran komplett von der
Weltwirtschaft zu isolieren.
Veröffentlicht wird am Vormittag der Ifo-Index, der als wichtigstes
deutsches Konjunkturbarometer gilt. Die Ökonomen der Landesbank
Helaba rechnen mit einem weiteren Anstieg, auch wenn das
Februarniveau vor dem Nahost-Krieg noch nicht wieder erreicht werden
dürfte. "Die Verbesserung der Stimmungslage in der deutschen
Wirtschaft ist positiv zu sehen, allerdings besteht zu Euphorie kein
Anlass", so die Experten.
Vor den Nvidia-Zahlen erholten sich Chipwerte etwas von ihrem
schwachen Vortag. Infineon und Suss Microtec
gewannen zwischen 2 und 3 Prozent. Der KI-Boom hält
an. Die UBS hob ihre Prognose für weltweite KI-Investitionen 2027
auf 1,2 Billionen US-Dollar an.
Auch Siemens Energy holten wieder etwas auf mit plus
1,4 Prozent. Händler verwiesen auf einen Bloomberg-Bericht, wonach
der Konzern Goldman Sachs beauftragt hat, einen möglichen Verkauf
einer Mehrheitsbeteiligung am Dampfturbinengeschäft vorzubereiten.
Die Pläne für einen Verkauf seien allgemein bekannt, sagte ein
Börsianer. Doch die hohen Wertindikationen bei über 10 Milliarden
Euro dürften zumindest eine positive Reaktion auslösen.
Deutz verteuerten sich um 7,5 Prozent. Die Analysten
von Kepler Cheuvreux und Oddo BHF hatten ihre Kursziele für den
Motorenhersteller und neuerdings auch im Rüstungsgeschäft tätigen
Konzern deutlich erhöht.
Die Aktien des Diagnostikkonzerns Qiagen setzten ihre
Schwäche vom Vortag fort. Bei einem Minus von zuletzt knapp 1
Prozent droht der Aufwärtstrend seit Mai zu brechen. Der
Arzneihersteller Dermapharm legte endgültige Zahlen
für das erste Halbjahr vor und bestätigte erneut die Prognose für
2026. Der Kurs gab moderat nach.
Für die Titel des Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer
ging es um 6,5 Prozent abwärts, nachdem
Interims-Vorstandschef Uwe Röhrhoff von seinem Posten zurückgetreten
war./ajx/mis