ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax schwächelt wieder - Stresstest steht an
Der Dax ist am Montag mit
moderaten Verlusten in die neue Woche gestartet. Eine
Dreiviertelstunde nach Handelsbeginn sank der deutsche Leitindex um
0,26 Prozent auf 26.068 Punkte. Damit blieb er zwar über der Marke
von 26.000 Punkten sowie der Unterstützung der 21-Tage-Linie, die
ein charttechnisch viel beachteter, kurzfristiger Trendindikator
ist. Nach der Stabilisierung vom Freitag stand er aber erneut unter
Druck. Der Weg zurück zum Rekordhoch von knapp 26.574 Punkten dürfte
steinig bleiben angesichts wichtiger Ereignisse im Laufe der Woche.
Für den MDax mit den mittelgroßen Unternehmen ging es
am Montagvormittag um 0,20 Prozent auf 32.048 Punkte nach unten. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor knapp 0,3
Prozent.
"Nvidias Zahlen, die Präzisierung wirtschaftlicher
(US-)Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson
Hole: Jedes dieser Ereignisse hat für sich betrachtet das Potenzial,
neue Unruhe an den Märkten auszulösen", schrieb Marktbeobachter
Jochen Stanzl von der Consors Bank. Der Dax müsse vor diesem
Hintergrund erst noch beweisen, ob die psychologisch wichtige
26.000-Punkte-Marke belastbar sei. Ein Rutsch darunter "könnte zu
einer spürbaren Zunahme der Schwankungen beitragen".
Von den internationalen Vorgaben bekam der Dax keine Unterstützung.
Die US-Börsen hatten am Freitag zwar zugelegt. Doch zu Wochenbeginn
zeichnen sich auch hier überwiegend Kursverluste ab. Zudem ging es
an den asiatischen Handelsplätzen nach unten. Insbesondere der
technologielastige südkoreanische Kospi stand deutlich unter Druck.
Die Anleger dürften sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen,
"bevor das größte Unternehmen der Welt (Nvidia ) seine
Zahlen vorlegt und der neue Fed-Vorsitzende uns verrät, ob er sich
mehr Sorgen um die Inflation oder um den Anleihemarkt macht",
kommentierte Josh Gilbert, Analyst bei eToro.
Am Mittwoch nach US-Börsenschluss legt der Chipriese Nvidia seinen
Quartalsbericht vor, und am Freitag steht der Auftritt des
US-Notenbankchefs Kevin Warsh in Jackson Hole auf der Agenda. Hier
wird es vor allem um mögliche Aussagen zur künftigen Geldpolitik
gehen, die relevant werden dürften für die Entwicklung der
Marktzinsen. Sie sind gerade im KI-Bereich mit seinem immensen
Investitionsbedarf von hoher Bedeutung.
Am deutschen Aktienmarkt gerieten zu Wochenbeginn Halbleitertitel im
Sog der schwachen asiatischen Konkurrenz etwas unter Druck.
"Gewinnmitnahmen bei Halbleiter- und KI-Unternehmen prägen das
Handelsbild", resümierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC
Markets.
Die Anteile der Hersteller Infineon und Elmos
verbilligten sich um 1,5 beziehungsweise 0,7 Prozent.
Die Zulieferer Aixtron und Suss Microtec
verloren jeweils mehr als 1 Prozent. Samsung
überzeugte die Anleger mit seinen Dividenden- und
Aktienrückkaufplänen nicht, wie ein deutlicher Kursrückgang zeigte.
Auch die Titel des Branchenkollegen SK Hynix büßten
an Wert ein.
Kursverluste von 1,9 Prozent mussten die Anleger bei Siemens Energy
verkraften. Der Energietechnikkonzern gilt wegen des
Stromhungers der Datenzentren von KI-Unternehmen ebenso wie die
Halbleiterbranche als Profiteur des Booms um Künstliche Intelligenz.
Unter den Autotiteln geriet Dax-Schlusslicht Volkswagen
(VW ) mit minus 2,6 Prozent am
stärksten unter Druck. BMW und Mercedes-Benz
verbilligten sich um 1,3 und 1,1 Prozent.
VW-Konzernchef Oliver Blume schwört die Belegschaft auf
tiefgreifende Einschnitte ein und fordert angesichts einer globalen
Branchenkrise Zusammenhalt. "Auf die nächsten Wochen kommt es an:
Alle müssen mitziehen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Wir haben
den größten Transformationsplan in der Geschichte des
Volkswagen-Konzerns aufgesetzt."
Dagegen waren Stahl- und Rohstoffwerte wie schon am Freitag gefragt:
Thyssenkrupp und Aurubis legten um 1,3
und 0,7 Prozent zu. Die Besitzer der Chemieaktien Brenntag
und K+S konnten sich ebenfalls über
Kursgewinne freuen./gl/mis