Aktien Frankfurt: Dax schwächelt - Öl und Anleihemarkt belasten
Der Dax tut sich nach seinem in
der vergangenen Woche erreichten Rekordhoch weiter schwer. Schwache
Übersee-Vorgaben, steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen
dämpfen am Dienstag die Stimmung der Anleger, während sich die
erhoffte Lösung im Nahost-Krieg weiterhin nicht abzeichnet.
Gegen Mittag sank der deutsche Leitindex um 0,4 Prozent auf 26.226
Punkte. Damit entfernt er sich nochmals ein Stück von seiner am
vergangenen Mittwoch erreichten Bestmarke von knapp 26.574 Punkten.
Der MDax verlor 0,8 Prozent auf 32.107 Zähler und der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx sank um 0,6 Prozent.
"Die Renditen 10- und 30-jähriger Bundesanleihen sind gestern auf
neue 15-Jahres-Hochs geklettert", sagte Portfoliomanager Thomas
Altmann von QC Partners. Ein ähnliches Bild ergäben die Renditen in
Frankreich oder den USA. Er spricht in dieser Situation von einer
größer werdenden Anlage-Konkurrenz für die Aktienmärkte. Steigende
Marktzinsen verteuerten außerdem die Refinanzierung von Staaten und
Unternehmen.
Wieder steigende Ölpreise tragen laut Altmann ihr Übriges zur
derzeit gedämpften Stimmung bei, da sie die Inflationssorgen
befeuerten. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg erneut
deutlich über 90 US-Dollar je Barrel. Die Aussicht auf eine baldige
Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran haben sich weiter
eingetrübt. Die Mitte Juni in einem Rahmenabkommen vereinbarte Frist
ist mittlerweile ohne diplomatische Fortschritte abgelaufen.
Unternehmensseitig ist es weiterhin ruhig, nachdem die
Berichtssaison so gut wie beendet ist. Die zuletzt im Rahmen einer
Erholung gut gelaufenen KI- und Chipwerte litten nun unter
Gewinnmitnahmen. Unter den deutschen Einzelwerten fielen die Papiere
von Siemens Energy um 3,7 Prozent zurück, nachdem sie
in den vergangenen Tagen auf dem höchsten Niveau seit Anfang Juli
gestanden hatten.
Die Aktien von Hugo Boss reagierten mit minus 0,4
Prozent kaum darauf, dass die Frasers Group ihren
Anteil an dem Modekonzern auf knapp unter 48 Prozent erhöhen konnte.
Im Juni hatte der britische Einzelhändler den Boss-Aktionären ein
freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet, dessen offizielle Frist
am 13. August ausgelaufen ist.
Aus dem SDax gab Einhell detaillierte
Halbjahreszahlen bekannt, in deren Rahmen der Umsatzausblick auf das
Gesamtjahr bestätigt wurde. Der Kurs des Werkzeugherstellers konnte
davon mit einem Abschlag von 1,6 Prozent aber nicht profitieren.
Stärker bewegten Umstufungen von Einzelwerten durch Analysten. So
hat Analyst David Dymonds von der französischen Investmentbank Exane
BNP Paribas dem Spezialchemiekonzern Lanxess jetzt
mit "Underperform" ein negatives Votum verpasst. Die Titel büßten
daraufhin im MDax etwa fünf Prozent ein.
Es gab aber auch bewegende, positive Analystenstimmen: Der Sixt
-Kurs stieg um 3,5 Prozent nach einer Hochstufung
durch die Privatbank Berenberg. Angesichts der schwachen
Konsumstimmung spreche zwar das Bauchgefühl gegen die
Kaufempfehlung, die Aussichten sprächen aber für die Münchner,
schrieb sie und erwartet unter anderem ein starkes
Sommer-Reisegeschäft in Europa.
Schott Pharma wurde von einer positiven Erwähnung der
Barclays Bank um 3,2 Prozent hoch getrieben. Nach drei Jahren
sinkender Gewinnprognosen erwartet Jonathon Unwin nun eine
Trendwende bei dem Pharma-Verpackungsspezialisten. Als Impulsgeber
sieht er neu verhandelte Verträge und das Wachstum im Bereich
"Ready-to-use"-Primärverpackungen sowie Spezialfläschchen für
instabile Medikamente./tih/mis