Aktien Frankfurt: Dax lässt nächste Bestmarke folgen
Unbeirrt von hohen Ölpreisen setzt der Dax
seine Rekordrally fort. Die Berichtssaison der
Unternehmen beeinflusste das Gesamtbild am Mittwoch positiv, bevor
die Stimmung dann später von Inflationsdaten aus den USA nochmals
auf die Probe gestellt werden könnte.
Der Leitindex steigerte seine Bestmarke auf 26.521 Punkte. Zuletzt
kam er mit 26.506 Zählern auf ein Plus von 0,4 Prozent. Der MDax
stieg zur Mittagszeit um 0,8 Prozent auf 32.488
Zähler.
Aktuell hat der Dax sein Jahresplus dank seiner im April
eingeleiteten Rally auf mehr als acht Prozent ausgebaut. Anleger
sahen weiterhin darüber hinweg, dass Drohungen und Warnungen im
Iran-Krieg anhielten und die Ölpreise davon wieder nach oben
getrieben wurden. Gute Nachrichten gab es international von einigen
Unternehmen, die wieder förderlich waren für die KI-Fantasie der
Anleger.
Wegen der mit dem Ölpreis verbundenen Zinssorgen werden laut der
Privatbank Metzler später alle Augen auf die US-Verbraucherpreise
gerichtet. "Aktuell preisen die Märkte die Wahrscheinlichkeit für
eine Zinsanhebung der Fed im September mit 50:50 und so haben die
heutigen US-Inflationsdaten durchaus das Potenzial für deutliche
Bewegungen", schrieb am Morgen der Metzler-Analyst Yannik Mosbach.
Die Favoritenrolle im Dax übernahm Siemens Energy
wegen positiver Branchennachrichten. Eine vom Windkraft-Spezialisten
Vestas erhöhte Prognose zog die Titel des
Energietechnik-Konzerns und des deutschen Konkurrenten Nordex
deutlich nach oben. Als zweiter Treiber fungierte das
boomende KI-Thema.
Die KI-Fantasie, die auch Chipwerte am Mittwoch steigen ließ, wurde
am Mittwoch vom US-Unternehmen Coreweave angetrieben - mit einem
stärker als erwartet ausgefallenem Umsatzwachstum. Mit Rückenwind
davon legten im Tech-Bereich auch die Titel des Chipkonzerns
Infineon und von Branchenausrüstern wie Aixtron
oder Suss Microtec um bis zu vier
Prozent zu.
Unternehmenszahlen von Dax-Werten lieferten jedoch keinen
eindeutigen Impuls. Nur Hannover Rück konnte etwas
zulegen, weil der Rückversicherer trotz eines Preisverfalls in der
Branche am Gewinnziel festhält. Bei Eon und Brenntag
ging es um bis zu 1,1 Prozent bergab. Die Titel des
Chemikalienhändlers waren zuletzt auf einem Hoch seit Anfang März
2025 angekommen und leiden seither unter Gewinnmitnahmen.
Dem ganzen Rüstungssektor verschaffte TKMS Rückenwind
mit einem Kurssprung um mehr als 13 Prozent. Eine von dem
Marineschiffbauer deutlich erhöhte Umsatzprognose kam bei den
Anlegern sehr gut an. Analysten halten es für möglich, dass das
Unternehmen demnächst auch seine mittelfristigen Ziele anhebt. Der
Auftragsbestand sichert TKMS derzeit die Beschäftigung für etwa acht
Jahre.
Der Bilfinger -Kurs dagegen rutschte um 5,5 Prozent
ab. Der Industriedienstleister bekam im zweiten Quartal die
Zurückhaltung der Kunden wegen des Iran-Konflikts zu spüren. Das
Unternehmen musste einen schrumpfenden Auftragseingang hinnehmen. Es
peilt nun bei der operativen Marge das untere Ziel der zuvor
ausgegebenen Spanne an.
Bechtle konnte sich nach den eigenen Zahlen nicht vom
Vortagsrutsch wegen enttäuschender Resultate des Konkurrenten Cancom
erholen. Der Kurs verlor 1,1 Prozent während jener
von Cancom nochmals um fast fünf Prozent absackte. Frischer Schwung
durch ambitionierte Ziele von Bechtle blieb also aus.
Jenoptik aus dem MDax überzeugte mit etwas
optimistischeren Jahresziele ein Stück weit. Die Reaktion zwar
zwischenzeitlich zwar wieder verhaltener, doch im Verlauf kamen
starke Resultate des US-Optoelektronik-Unternehmens Lumentum als
Treiber eines Anstiegs um 2,8 Prozent hinzu.
Durchwachsen war das Feedback auf die Resultate der MDax-Mitglieder
Tui und K+S . Während der Reisekonzern
im Quartal die Erwartungen verfehlte und seine Papiere ein halbes
Prozent verloren, ging es bei dem Düngemittelkonzern um 1,7 Prozent
nach oben. Das operative Ergebnis liege ordentlich über den
Erwartungen, schrieb die JPMorgan-Expertin Angelina Glazova./tih/mis