Aktien Frankfurt: Freundliche Tendenz - Klares Dax-Wochenplus in Aussicht
Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben
sich am Freitag wieder zuversichtlicher gezeigt. Der Dax
gewann gegen Mittag 0,6 Prozent auf 26.301 Punkte.
Damit zeichnet sich auf Wochensicht ein Plus von rund zweieinhalb
Prozent ab. Nach seinem zur Wochenmitte erreichten Rekordhoch bei
etwas über 26.400 Zählern fehlt dem Leitindex für einen Anstieg über
dieses Kursniveau aber noch etwas Kraft.
Der MDax stieg am Freitagmittag um 0,2 Prozent auf
32.491 Zähler. Der EuroStoxx 50 , Leitindex des
Euroraums, legte um 0,4 Prozent zu.
Derweil sind die Aussichten für eine dauerhafte Einigung zwischen
den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus
weiterhin ungewiss. US-Präsident Donald Trump geht jedoch nach
eigenen Angaben weiter davon aus, dass der Iran-Krieg "ziemlich
bald" enden und eine Einigung zur Öffnung der Meerenge bevorstehen
könnte. Zudem richten sich die Blicke auf den US-Arbeitsmarktbericht
am frühen Nachmittag.
"Der Nahostkonflikt bleibt der größte Bremsklotz für die globale
konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten. Zwar deutet
sich eine Erholung in den größten Wirtschaftsräumen an, aber diese
hängt am seidenen Faden der Energiepreise", kommentierte Analyst
Andreas Lipkow von CMC Markets.
Überdurchschnittlich gefragt war am Freitag der Chipsektor, auch
infolge von Geschäftszahlen von Microchip Technology .
Das US-Halbleiterunternehmen hatte für das erste Geschäftsquartal
einen Gewinnsprung ausgewiesen und einen Ausblick gegeben, der gut
ankam. Für die Titel von Infineon ging es um 3,1
Prozent nach oben. Die Aktien der Branchenausrüster wie Aixtron
und Suss Microtec verteuerten sich um
2,8 beziehungsweise 4,7 Prozent. Die Suss-Papiere profitierten zudem
von Kaufempfehlungen der Deutschen Bank und Warburg Research. Hinzu
kam für Chipausrüster die Nachricht, dass der südkoreanische
Speicherchiphersteller SK Hynix viele Milliarden US-Dollar in den
Ausbau seiner Produktion im Heimatland stecken will.
Geringe Katastrophenschäden und gute Geschäfte in allen Bereichen
bescherten dem Versicherer Allianz im zweiten Quartal
ein Rekordergebnis. Der operative Gewinn stieg um fast elf Prozent
auf ein Rekordhoch. Unterm Strich hatten sich Analysten aber mehr
versprochen. Jefferies-Analyst Philip Kett sprach in einer ersten
Reaktion von einem enttäuschenden Wachstum im
Nicht-Lebensversicherungsgeschäft. Die Allianz-Aktie sank zuletzt um
0,5 Prozent.
Der Rückversicherer Munich Re bekommt den Preisabschwung im Geschäft
mit Erstversicherern wie der Allianz deutlich zu spüren. Nach
weiteren Abschlägen bei der jüngsten Vertragserneuerung kappte
Vorstandschef Christoph Jurecka sein Umsatzziel für das laufende
Jahr. Die Kürzung habe ihn nicht überrascht und auch der Konsens
habe dies bereits in seinen Schätzungen berücksichtigt, betonte
JPMorgan-Analyst Kamran Hossain. Die Papiere der Münchener sackten
um 3,6 Prozent ab.
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck musste beim
Nettogewinn im zweiten Quartal deutliche Abstriche machen. Das
Ergebnis je Aktie sackte im Jahresvergleich um fast die Hälfte ab.
Unter anderem belasteten Zölle die Profitabilität auf dem wichtigen
nordamerikanischen Markt. Analysten bemängelten vor allem die
Auftragslage der Stuttgarter. Vorläufige Zahlen zum Tagesgeschäft
hatte das Unternehmen bereits vor gut zwei Wochen vorgelegt. Für die
Aktien der Stuttgarter ging es am Dax-Ende um 3,8 Prozent abwärts.
Die Papiere von Brenntag beschleunigten am Morgen
ihre Anfang Juli gestartete Kursrally mit einem deutlichen
Kursanstieg auf den höchsten Stand seit März 2025. Im weiteren
Verlauf bröckelten die Papiere jedoch merklich ab und notierten
zuletzt nur noch 0,5 Prozent im Plus. Die aktuelle
Nachfrageentwicklung stimmt den Chemikalienhändler noch
optimistischer für das laufende Jahr.
Der Spezialchemiekonzern Lanxess steigerte im zweiten
Quartal das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda)
um gut 1 Prozent im Jahresvergleich. Lanxess-Chef Matthias Zachert
betonte allerdings, dass "kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage
in unseren Kernmärkten in Sicht" sei und die Marktbedingungen
anspruchsvoll blieben. Die Aktien fielen um 5,0 Prozent.
Eine milliardenschwere Abschreibung auf die Beteiligung am
Volkswagen -Konzern zog Eigentümerholding Porsche SE
im ersten Halbjahr 2026 tief in die roten Zahlen.
Unter dem Strich stand ein Verlust von 2,2 Milliarden Euro. Die
Titel der Porsche SE büßten 1,3 Prozent ein./edh/mis