Aktien Frankfurt: Dax rutscht wieder deutlich unter 25.000 Punkte
Der Dax ist am Donnerstag
wieder deutlich unter die 25.000-Punkte-Marke abgerutscht. Nach
einem kaum bewegten Börsenstart verlor der deutsche Leitindex um die
Mittagszeit 0,55 Prozent auf 24.862 Punkte. Am Vortag hatte er nur
knapp unter 25.000 Punkten geschlossen. Für den MDax
ging es am Donnerstag um 0,44 Prozent auf 31.958 Punkte nach unten.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,3
Prozent.
Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets verwies auf die
weiteren Gewinnmitnahmen im asiatischen Halbleitersektor - starke
Geschäftszahlen sowie die angehobenen Umsatz- und Investitionsziele
des taiwanesischen Chipherstellers TSMC halfen ihm
nicht. Die offiziellen Quartalszahlen hätten die teils bereits
bekannten Eckdaten lediglich bestätigt, und "die Skepsis der
Investoren über die weitere Entwicklung im KI- und
Rechenzentrumsgeschäft in der spätzyklischen Phase bleibt", betonte
der Experte.
Dementsprechend konnten die TSMC-Aussagen auch weitere Verluste im
deutschen Halbleitersektor nicht verhindern. Infineon
sanken am Dax-Ende um 3 Prozent, und für MDax-Schlusslicht Aixtron
sowie die Indexnachbarn Siltronic und
Suss Microtec ging es um bis zu 4,9 Prozent bergab.
Die Aktien von LPKF und Jenoptik , die
der Branchenschwäche am Mittwoch noch getrotzt hatten, gaben um 2,9
beziehungsweise 0,8 Prozent nach. Zur Wochenmitte war bereits der
gute Quartalsbericht des niederländischen Chipindustrie-Ausrüsters
ASML weitgehend verpufft.
Dass der Finanzdienstleister Hypoport für das erste
Halbjahr über eine Stagnation in der privaten Immobilienfinanzierung
berichtete, ließ die Aktien im Nebenwerte-Index SDax
um 2,5 Prozent sinken. Nach dem Zinsanstieg infolge des Iran-Kriegs
hätten viele Verbraucher im ersten Quartal noch schnell Kredite
abgeschlossen, berichtete Hypoport. Dieser Vorzieheffekt ging
demnach zulasten des zweiten Quartals.
Die nun offiziell vorliegende Übernahmeofferte von Uber
gab Delivery Hero kaum Impulse: Mit
einem Plus von 0,6 Prozent auf 38,42 Euro blieben die Titel des
Essenslieferdienstes deutlich unter den vom US-Fahrdienstvermittler
gebotenen 41,50 Euro je Aktie. Analysten zufolge begrenzen die zu
erwartende, langwierige Prüfung der Wettbewerbsbehörden sowie die
fehlende Fantasie für Gegengebote das weitere Kurspotenzial. Seit
Jahresbeginn haben die Aktien bereits um 69 Prozent zugelegt.
Die Cewe-Titel verteuerten sich um 1,4 Prozent. Der
Fotodienstleister will mit der Übernahme des Sofortfoto-Geschäfts
von Kodak Alaris sein Kerngeschäft Fotofinishing und seine
internationale Präsenz im Handel ausbauen.
Ansonsten bewegten Analystenaussagen. Für MDax-Spitzenreiter
Schaeffler ging es um 2,3 Prozent auf 8,57 Euro hoch.
Die Schweizer Bank UBS erhöhte ihr Kursziel für die Aktien des Auto-
und Industriezulieferers um einen auf 8,10 Euro und strich ihr
Verkaufsvotum.
Die Anteile von Knorr-Bremse zogen um 1,3 Prozent an,
nachdem die US-Bank JPMorgan ihnen den Stempel "Positive Catalyst
Watch" aufgedrückt hatte. Damit gab Experte Akash Gupta seinen
optimistischen Erwartungen für die Ende Juli anstehenden
Quartalszahlen des Bremsenspezialisten Ausdruck./gl/men