Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach Rekorden - Aktien mit KI-Bezug unter Druck
Die Schwäche von Aktien mit Bezug zu
Künstlicher Intelligenz (KI) hat am Dienstag den Dax
ausgebremst. Die negative Stimmung in Asien übertrug sich auf
Europas Börsen und in den USA deutet sich ebenfalls ein schwacher
Handelsstart an der techwertelastigen Nasdaq an.
Nach seinem Rekordlauf in den vergangenen drei Handelsstagen gab der
deutsche Leitindex zur Mittagszeit um 0,5 Prozent auf 25.695 Punkte
nach. Der MDax verlor 0,6 Prozent auf 33.095 Punkte.
In Asien war der südkoreanische Kospi , zuletzt zum
Sinnbild der KI-Rally geworden, zeitweise um 8 Prozent abgesackt. Am
Ende stand ein Minus von knapp 5 Prozent zu Buche, vor allem
ausgelöst durch einen Kursrutsch der Samsung -Aktie
nach Eckzahlen zum zweiten Quartal. Zwar sei das Zahlenwerk auf den
ersten Blick hervorragend, doch die Aktie bereits so hoch bewertet,
dass bereits alle erdenklich positiven Erwartungen eingepreist
gewesen seien, erklärte Marktbeobachter Stephen Innes. Der "erste
KI-Stresstest" sei damit fehlgeschlagen.
Hinzu komme, dass die US-Bank Morgan Stanley einen Wandel im
KI-Markt sieht: weg von Chips und hin zu Hyperscalern, ergänzte er.
Das leicht verdiente Geld mit wachstumsgetriebenen Chip- und
Speicheraktien dürfte zunehmend einer breiteren zyklischen Rotation
weichen, die durch den Iran-Krieg unterbrochen worden sei. Nun aber
fielen die Ölpreise wieder und die Zinsen stabilisierten sich.
Hierzulande traf der bereits eingesetzte Stimmungsumschwung
besonders stark das Papier des Energietechnikunternehmens Siemens
Energy , das zusätzlich noch unter einer Abstufung
durch die Bank Barclays auf "Underweight" litt und knapp 7 Prozent
einbüßte. Laut Analyst Vlad Sergievskii preist die Aktie einen seit
Generationen beispiellosen Aufschwung ein, der sich auf unbestimmte
Zeit fortsetzen werde.
Infineon sanken um 6,5 Proznet, Hochtief
um knapp 3 Prozent, und im MDax sackten Elmos
, Aixtron , Siltronic ,
Jenoptik und Suss Microtec zwischen
4,5 und 10,5 Prozent ab.
Für TKMS ging es nach einem Kurssprung um 11 Prozent
am Vortag zuletzt um 1,8 Prozent abwärts. Wie am Vorabend bestätigt
wurde, kauft Kanada zur Erneuerung seiner U-Boot-Flotte auch beim
Kieler Marineschiffbauer ein.
Kion legten nach einer Hochstufung durch Morgan
Stanley auf "Buy" um 1,1 Prozent zu. Analyst Max Yates sieht
Potenzial für eine Neubewertung der Aktie des
Gabelstaplerherstellers und Lagertechnikspezialisten. Angesichts des
Kursrückgangs um etwas mehr als ein Drittel seit Jahresbeginn sowie
auch der unterdurchschnittlichen Wertentwicklung im Vergleich zur
Industriegüter-Branche scheine die Aktie einen negativeren
Ergebnisausblick einzupreisen, als er selbst erwarte, schrieb
er./ck/mis