Aktien Frankfurt: Dax überwindet erstmals 25.900-Punkte-Hürde
Der Dax hat am Montag erstmals
in seiner Geschichte die Marke von 25.900 Punkten übersprungen.
Dafür war allerdings nur ein kleiner Schritt nötig. Obendrein
zweifelt so mancher Analyst inzwischen daran, dass der Höhenflug in
nächster Zeit weiter geht. Charttechniker Christoph Geyer spricht
von einem inzwischen überkauften Markt. Marktanalyst Jochen Stanzl
von der Consorsbank verweist auf die zuletzt "relativ schwachen
Umsätze", denn sie setzten ein Fragezeichen hinter der
Nachhaltigkeit des Dax-Ausbruchs.
Zur Mittagszeit legte das deutsche Börsenbarometer noch um 0,3
Prozent auf 25.852 Punkte zu, nachdem es am Donnerstag seinen fast
sechs Monate alten Höchststand getoppt und am Freitag obendrein die
Marke von 25.800 Punkten übersprungen hatte.
Der MDax stieg zuletzt um 0,9 Prozent auf 33.301
Punkte.
Gefragt waren hierzulande vor allem wieder Aktien aus dem
Rüstungssektor. Rheinmetall gewannen 1,6 Prozent.
TKMS stiegen um 4,1 Prozent, Renk um
4,6 Prozent und Hensoldt um 3,5 Prozent. Die Papiere
profitierten von einem Übernahmevorhaben in der Branche.
So will der französische Rüstungskonzern Thales den
französischen Unterwasserdrohnen-Spezialisten Exail Technologies
übernehmen. Zudem gestalten sich die von dern USA
angeleiteten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine über ein
mögliches Friedensabkommen schwierig und eine Lösung scheint
kurzfristig weiterhin nicht in Sicht.
Gefragt war außerdem die SAP-Aktie , die sich mit plus
2,0 Prozent von ihren Freitagsverlusten erholte, während Infineon
unter den Schlusslichtern im Dax um 1,9 Prozent
nachgaben. Im MDax zählten Suss und Elmos
zu den schwächsten Werten mit Verlusten zwischen 1,4
und 3,4 Prozent. Wie zuletzt stets, wenn Aktien aus dem KI-Bereich -
vor allem Chipwerte - schwächeln, profitieren solche aus der
Software-und IT-Dienstleisterbranche.
Continental verloren 1,1 Prozent, nachdem das Papier
des Autozulieferers am Freitag nach auf den höchsten Stand seit Ende
November 2021 gesprungen war. Der künftig reine Reifenkonzern will
einen Großteil der Einnahmen aus dem kurz vor dem Abschluss
stehenden Verkaufs der Kunststofftechniksparte Contitech an die
Aktionäre weitergeben. Bereits vor dem Wochenende hatte Conti den
bevorstehenden Verkauf seiner Sparte bekanntgegeben. Analyst Thomas
Besson von Kepler Cheuvreux rät nun zu Gewinnmitnahmen und strich
seine Kaufempfehlung für die Aktie. Die Unterschrift unter den
Verkauf von ContiTech besiegle den finalen Schritt des jahrelangen
Konzernumbaus. Damit sei der letzte größere Kurstreiber Geschichte.
Ein Hingucker waren zudem die Papiere von Schott Pharma
. Sie sprangen mit plus 7,3 Prozent nicht nur an die
Spitze im Kleinwerte-Index SDax , sondern zudem auch
auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember 2025. Eine Empfehlung
der Deutschen Bank verhalf ihnen zu dem Befreiungsschlag im
Kurschart.
Analyst Falko Friedrichs traut der Aktie des Spezialisten für
Verpackung und Verabreichung injizierbarer Medikamente mit seinem
Kursziel von 22 Euro sogar eine Rückkehr an die Charthürde aus dem
Herbst vergangenen Jahres zu. Zum Befreiungsschlag im Chart passt,
dass auch das Geschäft laut Friedrichs die Talsohle durchschritten
hat./ck/mis