Aktien Frankfurt: Dax mit neuer Bestmarke und deutlichem Wochenplus
Der deutsche Aktienmarkt hat seine
Vortagesrally am Freitag gebremst fortgesetzt. Der Dax
stieg auf ein weiteres Rekordhoch und gewann zuletzt
0,5 Prozent auf 25.706 Punkte. Tags zuvor hatte der Leitindex seinen
bisherigen Höchststand von Mitte Januar übertroffen. Damit deutet
sich für den Dax ein Wochengewinn von rund vier Prozent an. Der MDax
der mittelgroßen Börsenwerte legte am
Freitagnachmittag 1,2 Prozent auf 32.928 Zähler zu.
"Das Rekordhoch des Dax ist das Ergebnis zweier Kräfte: der
anhaltenden Fantasie rund um Künstliche Intelligenz und einer
nachlassenden Zinsangst, die den Bewertungsdruck auf Aktien
verringert", erklärte Marktanalyst Timo Emden. Der
US-Arbeitsmarktbericht nehme den Zinsängsten zwar kurzfristig den
Wind aus den Segeln, dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass
die Unwägbarkeiten aus Geldpolitik und Geopolitik sowie die hohen
Erwartungen an den KI-Sektor bestehen blieben, gab der Experte zu
bedenken.
Die Energieversorger-Branche nahm weiter Fahrt auf, wobei der
europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Utlities
das höchste Niveau seit Mai erreichte. Die Aktien von Eon
führten die Branche mit einem Kurssprung von 3,8
Prozent an, RWE -Papiere legten um 1,8 Prozent zu.
Rückenwind für den zinssensiblen Sektor lieferten nachlassende
Ängste vor US-Zinserhöhungen nach dem Arbeitsmarktbericht vom
Vortag.
Das Versorgergeschäft ist sehr kapitalintensiv, bei steigenden
Zinsen verteuern sich Fremdfinanzierungen. Zudem weisen
Versorgerwerte eine relativ hohe Dividendenrendite auf - ein
Kaufargument, das bei steigenden Marktzinsen weniger zieht.
Obendrein sieht das Reformpaket der Bundesregierung eine
Nachschärfung bei der Umstellung auf intelligente Stromzähler in
Deutschland vor - und damit einer wichtigen Voraussetzung für den
Erfolg der Energiewende.
Die KI-getriebene, deutliche Erholung der Börsen in Japan und
Südkorea zum Wochenschluss wirkte sich auch etwas auf die
europäischen Aktien der Halbleiterbranche aus, jedoch nicht auf die
Software-Werte. So stiegen Infineon im Dax um 1,1
Prozent. Aixtron , Siltronic , PVA Tepla
und Suss Microtec verbuchten
Kursaufschläge zwischen 4,3 und 8,1 Prozent. Dagegen fielen die
Papiere von SAP am Dax-Ende um 2,0 Prozent. Die Titel
von Nemetschek und Teamviewer büßten
0,9 beziehungsweise 2,8 Prozent ein.
Die Titel von Rheinmetall sanken um 1,4 Prozent,
nachdem sie sich in der laufenden Woche bereits um 18 Prozent von
ihrem jüngsten Kursverfall erholt hatten. Der Rüstungskonzern prüft
derzeit die Auswirkungen des vom Verteidigungsministerium
stornierten Auftrags für die Fregatte F126. Sollten keine
Abhilfemaßnahmen zur kurzfristigen Umsatzkompensation identifiziert
werden können, könnte dies den Erlös laut Rheinmetall im laufenden
Jahr um bis zu 300 Millionen Euro drücken.
Für die Anteilsscheine von Gea ging es um 2,4 Prozent
aufwärts. Die kanadische Bank RBC stufte die Titel des
Rüstungsunternehmens von "Sector Perform" auf "Outperform" hoch.
"Ein wenig Wachstum und jede Menge Marge - und das alles ohne
Geschäft mit KI-Rechenzentren", fasste Sebastian Kuenne das
Potenzial des Anlagenbauers am Freitag in seiner Empfehlung
zusammen./edh/jha/