Nach den Vortagesverlusten dürfte der deutsche
Aktienmarkt relativ lethargisch in den Handel am Donnerstag starten.
Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax
stand eine Stunde vor dem Xetra-Auftakt 0,1 Prozent
höher bei 24.760 Punkten. Zur Wochenmitte war der Leitindex
zeitweise bis auf 24.593 Punkte abgesackt, hatte sich im späten
Geschäft aber wieder etwas gefangen.
In den wichtigsten US-Indizes ging es am Mittwoch nach dem
europäischen Handelsende noch auf neue Tagestiefs. Umso besser sind
allerdings die Vorgaben am Morgen aus Asien. Hier zogen
Halbleiterwerte wieder stark an und trieben den japanischen Nikkei
225 sowie den südkoreanischen Kospi wieder auf ihre jüngsten Rekorde
zu. Die Highflyer Kioxia und SK Hynix planen auch ein US-Listing,
was gut ankam.
Derweil sinken die Ölpreise weiter. Tags zuvor hatten sie ihren
zwischenzeitlich immensen Anstieg seit März im Zuge des
Nahost-Kriegs wieder komplett abgegeben.
Aus Branchensicht sollten Halbleiterwerte im Fokus stehen, nachdem
der US-Speicherchip-Spezialist Micron dank des
KI-Booms unerwartet starke Quartalszahlen präsentiert hatte. Auch
der Ausblick fiel deutlich besser als von Analysten erwartet aus.
Die Micron-Aktie schoss im vorbörslichen Geschäft auf der
Handelsplattform Tradegate zuletzt um knapp 20 Prozent nach oben.
Das äußerst hohe Ertragsziel von Micron sei ein neuer Impulsgeber
für das internationale KI-Geschäft, kommentierte ein Händler am
Morgen. Die Aktien von Infineon , Aixtron
und Suss Microtec verbuchten auf
Tradegate Kursaufschläge von bis zu 6 Prozent.
Volkswagen gibt die Mehrheit an seiner
Großmotorentochter Everllence ab. Die Wolfsburger haben sich mit dem
Finanzinvestor Bain Capital auf den Verkauf von 51 Prozent der
Anteile verständigt und erhalten einen Erlös von 7,4 Milliarden
Euro. Der Konzern will mittelfristig mit 49 Prozent am Unternehmen
beteiligt bleiben. Dies sei ein schöner einmaliger Mittelzufluss für
den Autobauer, liege aber unter der von ihm erhofften Bewertung von
8 bis 9 Milliarden Euro, erklärte ein Händler in einer ersten
Reaktion.
Die WM-Trikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sind nach
Angaben von Adidas -Vorstandschef Björn Gulden ein
Verkaufsschlager. Man verkaufe dreimal so viele DFB-Trikots wie noch
bei der WM in Katar vor vier Jahren. Das sei ein Rekordwert. Der
Sportartikelhersteller sei "super zufrieden" mit seinen weltweiten
Verkaufszahlen.
Vonovia könnten von einer Kaufempfehlung der
Analysten von Deutsche Bank Research für die Titel des
Immobilienkonzerns profitieren.
Die Anteilsscheine von Grand City Properties ,
Aroundtown sowie Eckert & Ziegler
dürften rein optisch im Minus notieren, da sie am Donnerstag mit
einem Dividendenabschlag gehandelt werden./edh/stk