AKTIEN IM FOKUS: Gewinnmitnahmen bei Applied Materials ziehen Branche mit runter
Drohende Gewinnmitnahmen bei
Applied Materials trotz guter Geschäftszahlen haben
am Freitag den gesamten Halbleitersektor unter Druck gesetzt.
Beobachter gehen aber davon aus, dass die maßgeblich vom Thema
Künstliche Intelligenz (KI) angetriebene Rally nach einer Pause
weitergehen könnte.
Am Donnerstag nach US-Börsenschluss hatte der
Chipindustrie-Ausrüster mit seinen Quartalsresultaten positiv
überrascht. Auch die Ziele für das laufende Quartal liegen über den
Markterwartungen. Viele Experten reagierten darauf mit einer
weiteren Anhebung ihrer Kursziele für die Aktien. James Schneider
von der US-Investmentbank Goldman Sachs lobte, Applied Materials
habe die bereits hohen Erwartungen zum Jahresauftakt noch
übertroffen. Er erwartet, dass der Aktienkurs weiter steigen sollte.
Dennoch zeichnet sich am Freitag in New York für Applied Materials
zunächst ein Kursrückgang um 3,4 Prozent auf 425,50 US-Dollar ab. Im
gestrigen Handelsverlauf hatten die Aktien noch das jüngst erreichte
Rekordhoch von 448,45 Dollar eingestellt und letztlich ihr Plus seit
Jahresbeginn auf gut 71 Prozent nach oben geschraubt. Die Papiere im
Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 , die in diesem Zeitraum
noch mehr zugelegt haben, kommen allesamt ebenfalls aus dem
Halbleitersektor - ganz vorne liegt der Branchenveteran Intel
, dessen Aktienkurs sich mehr als verdreifacht hat.
Am deutschen Markt zog Applied Materials vor dem Wochenende die am
besten gelaufenen Branchenwerte besonders in Mitleidenschaft. Im Dax
büßten Infineon , die für 2026 eine
ähnlich starke Kursbilanz wie Applied Materials vorweisen können,
5,2 Prozent ein. Die gut gelaufenen Aktien des
Energietechnikkonzerns Siemens Energy , der ebenfalls
als KI-Profiteur gilt, verbilligten sich um 4,3 Prozent.
Im MDax führte der Applied-Branchenkollege Aixtron
mit einem Tagesminus von 6,9 Prozent die
Verliererliste an - die Papiere sind aber immer noch fast dreimal
soviel wert wie zum Jahreswechsel. Suss Microtec lag
mit minus 3,8 Prozent im SDax weit hinten, weist für
2026 aber mehr als eine Kursverdoppelung aus.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 zählte der Subindex
der Technologiewerte am Freitag zu den größten
Verlierern, seit Jahresbeginn aber weiter zu den Besten. Der
Chipausrüster ASML gehörte mit minus 4,4 Prozent zu
den schwächsten Werten im EuroStoxx 50 , behauptete
für 2026 aber einen Kursgewinn von 42 Prozent. Ähnlich divergierende
Kursentwicklungen kann der Infineon-Konkurrenten STMicroelectronics
im französischen Cac 40
vorweisen./gl/ag/stk