ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Erholung - Hoffnung auf Vermittler China
Der Dax hat sich am Mittwoch
etwas von seinen deutlichen Vortagsverlusten erholt. Im Fokus stand
neben einer erneuten Flut von Unternehmenszahlen die Ankunft von
US-Präsident Donald Trump in China. Die Marktteilnehmer hoffen
angesichts des Staatsbesuchs auf eine mögliche Vermittlungsrolle
Chinas in den stockenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und
dem Iran.
Negativ aufgenommene US-Inflationsdaten bremsten am Nachmittag
allerdings die Kaufbereitschaft. Gleich zum Börsenstart eroberte der
deutsche Leitindex die Marke von 24.000 Punkten zurück, unter die er
am Vortag abgesackt war. Nach Kursgewinnen von bis zu 1,1 Prozent
reichte es am Ende noch für ein Plus von 0,76 Prozent auf 24.136,81
Punkte. Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte,
stieg um 1,26 Prozent auf 31.400,41 Punkte.
Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um
0,9 Prozent hoch. Auch in Zürich und London zogen die Kurse an.
Derweil fanden die wichtigsten US-Indizes zum europäischen
Handelsende keine gemeinsame Richtung.
Vergangene Woche hatten Hoffnungen auf eine Einigung zwischen den
USA und dem Iran den Dax bis auf 25.152 Punkte klettern lassen.
Fehlende Fortschritte bei den Verhandlungen sorgten dann aber
schnell wieder für Ernüchterung.
Die Anleger setzen nicht nur auf China als Vermittler im
Nahost-Konflikt. Dass Trump von hochrangigen Wirtschaftsvertretern
wie Jensen Huang, Chef des KI-Chipgiganten Nvidia ,
sowie Tesla -Chef Elon Musk begleitet wird, schürte
zudem Hoffnungen auf eine Beilegung des schwelenden Handelskonflikts
zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften.
Am deutschen Aktienmarkt sorgten vor allem Geschäftszahlen und
Unternehmensausblicke für kräftige Kursbewegungen. Im Dax zählte
Merck mit plus 7,2 Prozent zu den größten Gewinnern.
Börsianer attestierten dem Pharma- und Chemiekonzern ein
überraschend starkes erstes Quartal und sahen auch die angehobenen
Jahresziele über den Erwartungen.
Beim Energiekonzern Eon reichte es dank ebenfalls
guter Zahlen für einen Kursgewinn von 3,5 Prozent. Dagegen sanken
die Titel des Branchenkollegen RWE nach einem
durchwachsenen Quartalsbericht um 2,2 Prozent.
Geringere Versicherungsschäden und ein brummendes Fondsgeschäft
bescherten Allianz einen überraschend starken
Jahresstart und den Aktien einen Anstieg um 1,1 Prozent. Die Papiere
von Deutsche Telekom legten dank guter Quartalszahlen
insbesondere der wichtigen US-Tochter T-Mobile US um
1,2 Prozent zu. Zudem hoben die Bonner die Jahresziele ein wenig an.
Gute Geschäfte aufgrund des starken Ölpreisanstiegs seit Beginn des
Iran-Kriegs bescherten Verbio einen Kurssprung von
15,4 Prozent sowie den ersten Platz im Nebenwerte-Index SDax
. Zudem engte der Biokraftstoffhersteller die Ziele
für das in Kürze endende Geschäftsjahr nach oben hin ein.
Für Dax-Spitzenreiter Infineon ging es auch ohne aktuelle
Nachrichten um 10,7 Prozent hoch, womit die Aktien so teuer waren
wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Der Chiphersteller
profitiert vom ungebrochene Branchenboom aufgrund der hohen
Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) und ist auch im
bisherigen Jahresverlauf mit plus 71 Prozent größter Dax-Gewinner.
Das Thema KI gibt auch den Chipindustrie-Ausrüstern Schwung: Aixtron
und Suss Microtec belegten mit
Aufschlägen von 11,2 und 5,9 Prozent vordere Plätze im MDax
beziehungsweise SDax. Sie können seit Jahresbeginn noch
eindrucksvollere Kursgewinne als Infineon vorweisen. Ähnliches gilt
für den Optoelektronik-Spezialisten Jenoptik , dessen
Anteile um 14 Prozent anzogen. Anschlusskäufe nach den starken
Quartalszahlen vom Vortag bescherten ihm erneut einen Kursrekord.
Dagegen büßten Bilfinger -Titel 5,6 Prozent ein. Der
Industriedienstleister bekam im ersten Quartal wegen des Iran-Kriegs
die Zurückhaltung seiner Kunden zu spüren und meldete einen
rückläufigen Auftragseingang./gl/he