Die Anleger am deutschen Aktienmarkt halten
sich zum Auftakt der verkürzten Handelswoche vor Ostern weitgehend
zurück. Der Dax notierte am späten Vormittag 0,1
Prozent im Minus bei 22.271 Punkten. Der MDax mit den
mittelgroßen deutschen Werten verlor 0,5 Prozent auf 27.513 Zähler.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx zeigte sich zuletzt
kaum verändert.
Die Gemengelage an den Finanzmärkten bleibe angesichts der
unverminderten Kriegshandlungen in der Golfregion von großer
Unsicherheit geprägt, bemerkte Marktanalyst Timo Emden. "Statt
aufsteigender Wolken aus der Friedenspfeife verdichtet sich der
geopolitische Nebel über den Märkten. Während diplomatische
Fortschritte ausbleiben, dominieren militärische Spannungen. Die
Börse handelt derzeit weniger Fakten, sondern vor allem
Eskalationsrisiken. Aufflackernde Hoffnungen auf Verhandlungen
werden postwendend durch neue Angriffe und Drohkulissen
zunichtegemacht", kommentierte der Experte.
Auch am derzeit maßgeblichen Ölmarkt zeichnet sich keine Entspannung
ab. Ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Mai stieg
in der Nacht auf Montag um bis zu vier Prozent auf fast 117 Dollar
und pendelte sich zuletzt über der Marke von 115 Dollar ein. Der
Ölpreis bleibt der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und
Konjunktursorgen der Anleger. Den Verbraucherpreisdaten aus
Deutschland könnte daher am Montag Bedeutung zukommen. Erste Daten
aus verschiedenen Bundesländern zeigen einen deutlichen Anstieg.
Unter massivem Verkaufsdruck stehen die Aktien von Suss Microtec
. Sie brachen zunächst um mehr als 18 Prozent ein,
verringerten das Minus zuletzt aber auf 6,7 Prozent. Der
Margenausblick des Halbleiterindustrie-Zulieferers auf 2026 habe
enttäuscht, während die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 besser als
erwartet ausgefallen seien, kommentierte ein Händler am Morgen.
Jefferies-Analyst Janardan Menon sprach von einem Übergangsjahr mit
sinkenden Einnahmen sowie höheren Kosten und erwartet 2027 eine
bessere Lage.
Die Papiere von Secunet fielen auf den tiefsten Stand
seit fast einem Jahr und verzeichneten zuletzt einen Kursabschlag
von 6,7 Prozent. Das Unternehmen für Cyber-Sicherheit
veröffentlichte detaillierte Zahlen für 2025 und bestätigte die
Ziele für das laufende Jahr. Die klaren Verluste wurden am Markt mit
charttechnischen Aspekten begründet.
Für die Aktien der RTL Group ging es um 1,7 Prozent
nach oben. Im Fokus steht ein Bericht der Nachrichtenagentur
Reuters, wonach der Medienkonzern Zugeständnisse bei der geplanten
Übernahme von Sky Deutschland machen will. RTL will derzeit sein
Streaming-Geschäft unter der Marke "RTL+" stärken und mit Sky neben
den TV-Sendern auch die Streaming-Aktivitäten bündeln. Die
EU-Kommission prüft zurzeit den Zusammenschluss.
Die Enttäuschung an der Börse über den Ergebnisausblick der
Wüstenrot & Württembergische (W&W) vom Freitag setzte
sich am Montag mit einem Kursrückgang von 4,7 Prozent auf den
niedrigsten Stand seit Ende November fort. Das Chartbild hat sich
damit erheblich eingetrübt, denn die Aktien rutschten unter die
200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Kurstrend
gilt./edh/nas