Aktien Frankfurt Ausblick: Dax nach Vortagserholung vor schwächerem Auftakt
Der Dax kann seine
Erholungsgewinne vom Dienstag zur Wochenmitte wohl nicht ganz
verteidigen. Der X-Dax signalisierte für den
deutschen Leitindex rund eine Stunde vor Handelsbeginn einen Start
bei 23.852 Punkten, was ein Minus von einem halben Prozent bedeuten
würde.
Laut den Experten der Helaba ist es noch zu früh, um auf nachhaltige
Kursgewinne zu setzen. Der Energiemarkt bleibt weiter das Zünglein
an der Waage für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger im
Zuge des Iran-Kriegs. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, plant
die Internationale Energieagentur offenbar die größte Freigabe von
Ölreserven ihrer Geschichte, um die Preisturbulenzen zu beruhigen.
Die Ölpreise stehen zuletzt wieder deutlich unter 90 US-Dollar je
Fass und in Asien dominierten an den Börsen die Kursgewinne. Die
Vorgaben sind damit aber durchwachsen, denn die Wall Street hatte
ihre Gewinne nach dem europäischen Handelsende wieder abgegeben.
Der Kursverlauf bleibt laut den Helaba-Experten vom geopolitischen
Nachrichtenfluss abhängig. Außerdem müssen die Anleger am Mittwoch
die jüngsten Zahlen zur Entwicklung der US-Verbraucherpreise im
Februar verarbeiten. Die Fachleute der hessisch-thüringischen
Landesbank wiesen aber darauf hin, dass diese den zuletzt massiven
Anstieg der Benzinpreise noch nicht widerspiegeln.
Auf Unternehmensseite hat die Agenda am Mittwoch wieder einige
Zahlenvorlagen auf höchster Ebene zu bieten. Mit SAP
könnte ein Dax-Schwergewicht im Tagesverlauf von Resultaten des
US-Konkurrenten Oracle bewegt werden, während
Rheinmetall und Henkel aus dem Dax
selbst am Morgen ihre Resultate vorgelegt haben. Zumindest bei
Henkel war das erste Feedback im Tradegate-Handel positiv.
Hinzu kommen Nachrichten der MDax-Mitglieder Porsche
AG und Wacker Chemie , die beide
vorsichtig auf das Jahr 2026 blicken. Vorbörslich schafften es aber
beide Aktien ins Plus, obwohl der Sportwagenbauer im vergangenen
Jahr einen Gewinneinbruch hinter sich hat und der
Spezialchemiekonzern laut ersten Händlerstimmen mit dem Verzicht auf
eine Dividende enttäuscht.
Banken könnten auch in den Fokus rücken wegen eines Berichts in der
"Financial Times", wonach die US-Bank JPMorgan die
Portfolios privater Kreditgeber abwertet wegen zunehmender Sorgen um
die Kreditqualität. Händlern zufolge ist dies nicht gut für die
Stimmung in einem Sektor, der seit Ende Februar besonders stark
unter der Krisenlage im Nahen Osten gelitten hatte.
Aktionäre der Lufthansa müssen sich neben den
kriegsbedingten Turbulenzen auf ein neues Problem einstellen: Die
Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat mehr als 5.000
Beschäftigte zu einem 48-Stunden-Streik an diesem Donnerstag und
Freitag aufgerufen.
Ein erneut heftiger Kursrutsch blüht den Anlegern von Gerresheimer
, die auf Tradegate um 18 Prozent einbrechen in
Richtung Rekordtief. Der Verpackungshersteller kann den
Geschäftsbericht für das Jahr 2025 in der Folge laufender
Bilanzprüfungen erst nach dem 31. März veröffentlichen und muss
daher voraussichtlich aus dem SDax absteigen. Die
Aktie bleibt "nicht investierbar", sagte ein Händler./tih/stk