Aktien Frankfurt: Dax setzt Rekordrally fort und steigt über 25.400 Punkte
Der Dax hat am Montag seinen
Rekordlauf fortgesetzt und ist zeitweise über 25.400 Punkte
gestiegen. Trotz hoher geopolitischer Risiken bleiben die Anleger
optimistisch. Wichtiger Treiber ist die Hoffnung auf eine Belebung
der deutschen Wirtschaft dank eines immensen Infrastruktur-Pakets.
Selbst durch die aktuelle Eskalation der Lage im Iran sowie die
Zuspitzung im Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef
der US-Notenbank, Jerome Powell, ließen sich die Anleger hierzulande
kaum abschrecken.
Am Nachmittag gewann der deutsche Leitindex 0,4 Prozent auf 25.363
Punkte. Der MDax , der Index der mittelgroßen
Börsenwerte, hielt sich mit plus 0,1 Prozent stabil bei 32.186
Zählern. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners hält den
Dax inzwischen technisch für "massiv überkauft". Von Dienstag an
stehe den Börsen nun "so etwas wie 'die Woche der Wahrheit' bevor",
erwartet er. Zunächst startet in den USA und bald darauf auch
hierzulande die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025. Dann
müsse sich zeigen, ob die steigenden Aktienkurse auch von steigenden
Unternehmensgewinnen gestützt würden.
In den USA nimmt der Streit zwischen Trump und Powell Fahrt auf: Der
Fed-Chef wies strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine
drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der
Fed zurück. Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed
am Freitag Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage. Im Iran
gehen unterdessen die Massenproteste gegen das Regime trotz
wachsender Todeszahlen und exzessiver Drohungen des
Sicherheitsapparats weiter.
Bevor erste US-Banken, angeführt von der Branchengröße JPMorgan
, ihre Quartalszahlen vorlegen werden, blieb es
hierzulande recht ruhig. Im Dax setzten sich FMC an
die Spitze und stiegen um 3,2 Prozent. Die Beschleunigung des
Aktienrückkaufprogramms wirke als Katalysator für die Bewertung der
Aktie des Dialysespezialisten, hieß es von MWB Research, die das
Papier nun zum Kauf empfehlen. Fresenius als größte
Einzelaktionärin profitierten mit von den Kursgewinnen von FMC und
stiegen um 2,2 Prozent.
Beiersdorf profitierten mit plus 2,6 Prozent von
einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Die Aussichten für Europas
Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzerne blieben durchwachsen, die
meisten negativen Aspekte schienen jedoch bereits eingepreist zu
sein, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Tom Sykes. Die größten Chancen
sieht er bei Werten, bei denen aus seiner Sicht zu große
Enttäuschungsrisiken im Vergleich zum Marktkonsens eingepreist sind,
und jenen in einem umfassenden Turnaround.
Autowerte indes wurden von den Anlegern geschmäht. Mercedes
, VW und BMW waren die
Schlusslichter im Dax mit minus 1,6 bis 1,8 Prozent Verlust. Im MDax
büßten Porsche AG 2,7 Prozent ein. Eine neue
Leitlinie der Europäischen Union für den Import von Elektroautos aus
China belastete. Die EU-Kommission zeigte chinesischen Autobauern
einen Weg zur Vermeidung der 2024 eingeführten Zusatzzölle auf. Sie
könnten sich verpflichten, für in die EU exportierte Fahrzeuge
Mindestpreise festzusetzen, um sich die Preisaufschläge zu ersparen.
Im MDax setzten TKMS ihre Erholungsrally mit einem
Plus von 11,4 Prozent fort und haben seit Beginn des jungen Jahres
bereits fast 40 Prozent zugelegt. Indien will in Zusammenarbeit mit
TKMS in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht Milliarden Euro bauen.
In Kürze wird die Unterzeichnung einer Vereinbarung erwartet, die
auch ein Türöffner für weitere Kooperationen sein könnte.
Deutz stiegen als Favorit im SDax um
5,3 Prozent auf den höchsten Stand seit 2007. Am Markt wurde auf
Rüstungsfantasie verwiesen, denn der Motorenbauer sucht zunehmend
auch im Rüstungsbereich seine Chance. Konzernchef Sebastian Schulte
bekräftigte jüngst in einem Interview mit der "Frankfurter
Allgemeinen Zeitung" die Transformation des Unternehmens. Obendrein
setzt Deutz auf Geschäfte rund um Rechenzentren./ck/stk