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Stabel: Morning News: Lohnpolitik, Bilfinger Berger, Metro, Karstadt, Linde, Voith, Chevron, Telefonica

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sieht trotz des Konjunkturaufschwungs keinen Spielraum für Lohnerhöhungen. Hundt sagte im Deutschlandfunk, die moderate Lohnpolitik der vergangenen Jahre sei ein Grund für die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt gewesen. 'Wir dürfen den derzeitigen Aufschwung auf gar keinen Fall belasten oder gefährden.' Er warnte die Gewerkschaften davor, mit zu hohen Lohnforderungen in die kommenden Tarifrunden zu gehen.

Bau Nach dem Scheitern des Börsengangs der Australien-Tochter werde es in diesem Jahr keinen erneuten Versucht geben, frühestens im nächsten Frühjahr, sagte der Vorstandsvorsitzende von Bilfinger Berger, Herbert Bodner, in einem Interview.

Einzelhandel Metro legt heute seine Geschäftszahlen vor. Die zehn von dpa-AFX befragten Analysten sehen den Konzernumsatz bei 15,740 Milliarden Euro (Vorjahr: 15,388). Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) soll den Schätzungen zufolge dank des Umbauprogramms 'Shape' bei 329 Millionen Euro ausfallen (Vorjahr: 307). Auch unter dem Strich dürfte Metro mehr verdienen: Den Nettogewinn nach Minderheiten erwarten die Analysten bei 94 Millionen Euro, das wäre fast doppelt soviel wie im Vorjahr (48 Mio Euro). Analysten wird vor allem interessieren, wie sich die Auslandsmärkte entwickeln, denn immerhin kommt hier mehr als die Hälfte des Umsatzes her. Probleme hatte dem Konzern im vergangenen Jahr noch die starke Abwertung osteuropäischer Währungen gemacht. Der Kampf um die Übernahme der Warenhauskette Karstadt wird komplizierter. Der italienische Warenhausbetreiber Maurizio Borletti hat Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg ein Kaufangebot unterbreitet. Es sei von einem Kaufpreis von 100 Mio EUR die Rede, ein Finanzierungsnachweis werde jedoch nicht erbracht. Auch Metro soll offenbar wieder mitmischen wollen.

Industrie Der Industriegase-Spezialist und Anlagenbauer Linde bleibt nach Ansicht von Analysten auf Erfolgskurs. Die Experten rechnen nach einem überraschend starken Auftaktquartal auch im zweiten Jahresviertel mit Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnissen. Die zehn von der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Experten erwarten bei Linde von April bis Juni im Schnitt ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 669 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Münchener Unternehmen 566 Millionen Euro ausgewiesen. Für den Gewinn vor Steuern (EBT) rechnen die Experten nach 195 Millionen Euro im Vorjahr nun mit 303 Millionen Euro. Asien wird immer wichtiger für den Anlagenbauer Voith. Vier von fünf Aufträgen für Papiermaschinen kommen aus China, wie Vorstandschef Hubert Lienhard sagte. Bald werde Asien die Hälfte des Umsatzes ausmachen. Der Wiesbadener Graphitspezialist SGL Carbon rechnet mit einem sprunghaften Anstieg des Umsatzes mit Carbonfasern. In zehn Jahren werde das Unternehmen zehnmal soviel mit den Fasern und mit daraus produzierten Materialien umsetzen, sagte Vorstandsvorsitzender Robert Koehler dem Nachrichtenmagazin "Focus". Das wären laut dem Bericht 3 Mrd EUR pro Jahr und damit doppelt soviel wie das Unternehmen heute über alle Geschäftsbereiche hinweg umsetze.

Öl und Gas Der zweitgrösste US-Ölkonzern Chevron gab bekannt, dass sich sein Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdreifacht hat, was mit höheren Treibstoffpreisen und verbesserten Raffineriemargen zusammenhängt.

Telekom Die spanische Telefongesellschaft Telefonica forciert den Angriff auf die Deutsche Telekom und Vodafone. Mit Milliardeninvestitionen hat die deutsche Tochter O2 ihr Netz ausgeweitet, Hansenet gekauft und LTE-Mobilfunkfrequenzen ersteigert. Europachef Matthew Keys sieht gute Möglichkeiten für Wachstum.