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Banken im Stresstest - Massive Konzentration in Europa

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben in der Vorwoche beschlossen, anders als bei der ersten Runde der Banken-Stresstests im vergangenen Jahr, nicht mehr nur die Gesamtergebnisse, sondern die Einzelergebnisse der grössten im EU-Raum tätigen Banken zu veröffentlichen. Davon betroffen dürften vorerst die 25 grössten grenzüberschreitend tätigen Kreditinstitute sein, auf die die Europäischen Bankenaufseher (CEBS) ihre Prüftätigkeit Anfang 2010 ausgeweitet haben.

Um welche Institute es sich dabei handelt, wird spätestens Ende Juli feststehen - bis dahin sollen die Ergebnisse vorgelegt werden. Betrachtet man die grössten europäischen Banken nach ihrer Marktkapitalisation (per Jahresende 2009, Quelle: Boston Consulting Group/BCG), so verteilen sich die kapitalstärksten Institute in der EU auf nur sechs der 27 EU-Länder. An der Spitze liegt Grossbritannien, gefolgt von Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland und Schweden. Das Nicht-EU-Land Schweiz käme noch vor Italien auf den vierten Platz zu liegen.

Insgesamt finden sich in der BCG-Studie "After the Storm" 16 europäische Institute unter den weltweit 50 grössten Banken. Auf Grossbritannien entfallen fünf Banken (HSBC, Lloyds, Standard Chartered, Barclays und Royal Bank of Scotland) mit einer gemeinsamen Marktkapitalisation von 380,5 Mrd. Dollar (307,5 Mrd. Euro). Auf die zwei grössten spanischen Institute (Banco Santander, BBVA) kommen 205,1 Mrd. Dollar, auf die drei grössten französischen Banken (BNP Paribas, Societe General und Credit Agricole) 188,1 Mrd. Dollar. Es folgen: die Schweiz (Credit Suisse, UBS) mit 113,9 Mrd. Dollar, Italien (Intesa Sanpaolo, UniCredit) mit 109,9 Mrd. Dollar, Deutschland (Deutsche Bank) mit 44,2 Mrd. Dollar und Schweden (Nordea) mit 41,1 Mrd. Dollar. Zum Vergleich: die Erste Group kam auf 14,1 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung.

Die geplante Veröffentlichung der Belastungstests trägt nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zur Beruhigung der Märkte bei. "Was auch immer das Ergebnis der Stresstests ist: Transparenz ist besser als der Schatten eines Zweifels", sagte Barroso in einem Interview.

Das Committee of European Banking Supervisors (CEBS) hatte bereits 2009 einen Stresstest mit 22 Instituten abgeschlossen, von dem aber nur pauschale Ergebnisse bekannt gegeben wurden. Der Test hatte ergeben, dass die Institute - die für 60 Prozent aller Bankaktiva in der EU stehen - ausreichend kapitalisiert sind. Anfang 2010 hat ein weiterer Test mit 25 grenzüberschreitend tätigen europäischen Banken begonnen, dessen Ergebnisse im Juli vorliegen sollen. In der nächsten Runde will die EU bereits deutlich mehr als die 25 Grossbanken einbeziehen. Denkbar ist eine Mindestquote pro Land, die sich am Marktanteil der beteiligten Banken bemisst.

Im vergangenen Jahr hatten die EU-Finanzminister eine Bekanntgabe einzelner Ergebnisse gescheut aus Sorge, schlecht im Vergleich zu den US-Banken abzuschneiden. In Europa und den USA würden sehr unterschiedliche Methoden angewandt, die Amerikaner hätten ein sehr mildes Stress-Szenario zugrunde gelegt und solange den Text justiert, bis ein bestimmter Bedarf der Banken an staatlichen Finanzhilfen herausgekommen wäre, heisst es.

Auch dieses Mal seien die Testmethoden nicht vergleichbar. Als Szenarien werden dem Test ein Konjunktureinbruch sowie Anspannungen bei Staatsanleihen zugrunde gelegt. Veröffentlicht werden sollten alle relevanten Daten wie zum Beispiel die Kapitalquote. (APA)

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