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RZB-Börsenradio: 'Topthema EADS, der Handel läuft in ruhigen Bahnen'

Am Dienstag standen keine wesentlichen Konjunkturdaten auf der Agenda, sodass es von dieser Seite zu wenigen Impulsen kam. An der Wall Street stieg der Dow Jones Index geschwächt in den Handel ein und auch der ATX kam nicht richtig von der Stelle. Er schloss mit einem Minus von 0,24 Prozent bei 2.486,24 Punkten. Die Tops in Wien waren die Vienna Insurance Group mit +2,04, Andritz mit +1,86 sowie Schoeller Bleckmann mit einem Plus von 1,81 Prozent. Die Flops waren die Erste Group mit -1,67, Intercell mit -2,16 und bwin mit -3,37 Prozent.

Am deutschen Aktienmarkt veränderte sich ebenfalls wenig. Der DAX schloss mit einem leichten Plus von 0,17 Prozent bei 5.886 Punkten. Es fehlte an klaren Impulsen. Stärkste Gewinner waren Deutsche-Post-Aktien mit einem Plus von 2,23 Prozent auf 13,09 Euro, RWE mit +1,37 und die Deutsche Lufthansa mit +1,11 Prozent (auf 11,86 Euro). Die Flops waren die Daimler AG mit -0,74, die Münchner Rück mit -1,27 und die Vorzugsaktie von Volkswagen mit einem Minus von 1,56 Prozent auf 63,62 Euro.

Cornelia Frey von der Euwax vom Parkett: "Die Stimmung war doch ein wenig angeschlagen bzw. schlechter als an den Vortagen. Manch einer sagt, es sind Gewinnmitnahmen am DAX, manch einer meint, es kommt auch wieder die Unsicherheit am Markt zurück, beispielsweise weil Deutschland und Frankreich dem Krisenstaat Griechenland nun doch nicht so richtig mit Geld helfen wollen."

Die Krise hat 2009 auch beim Duisburger Stahlproduzenten Klöckner & Co zugeschlagen. So verkaufte das Unternehmen mit 4,1 Mio Tonnen fast ein Drittel weniger, der Umsatz ging um fast 43 % auf 3,9 Milliarden Euro zurück. Neben dem Absatzrückgang machte KlöCo hierfür auch das deutlich niedrigere Preisniveau verantwortlich. Um gegenzusteuern, hatte KlöCo ein Sparprogramm aufgelegt und will 2010 zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreiben.

Bei der Deutschen Post AG wächst nach dem Krisenjahr 2009 die Zuversicht. Der anziehende Welthandel soll das Transportgeschäft ankurbeln und dem Konzern steigende Gewinne bescheren. Die Logistiksparte löst allmählich das schwächelnde Briefgeschäft als wichtigsten Gewinnbringer ab. "Wir haben die Krise erfolgreich gemeistert", sagte Firmenchef Frank Appel am Dienstag in Bonn. "Wir werden 2010 zwar keine dramatischen Anstiege sehen, aber eine deutliche Erholung." 2009 belastete der Niedergang des Großkunden Arcandor mit dem Versender Quelle. Unter dem Strich erzielte die Deutsche Post im vergangenen Jahr immerhin einen Überschuss von 644 Millionen Euro, nachdem 2008 vor allem wegen Sanierungskosten ein Verlust von 1,7 Milliarden angefallen war.

Das Top-Thema am Dienstag war der riesige Riesenverlust des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS mit 763 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch 1,6 Milliarden verdient. Der Konzernumsatz blieb mit 42,8 Mrd. Euro fast stabil, der Auftragseingang fiel mit 45,8 Milliarden nur knapp halb so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Die Hiobsbotschaft: Beim "Jahrhundertgeschäft" mit der US-Luftwaffe über 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar ist EADS aus dem Rennen. Den Rückzug aus dem Bieterwettbewerb um das Tankflugzeuggeschäft begründete der US-Partner Northrop Grumman mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die Ausschreibung sei nun voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden, kritisiert EADS-CFO Hans Peter Ring im Börsenradio-Talk. "Wir hatten diesen Auftrag ja schon einmal gewonnen - jetzt haben wir einen klaren Startnachteil!"

Der Laborausstatter Sartorius hat den Gewinn gesteigert. Während die Biotechnologie-Sparte, die rund zwei Drittel zum Konzernumsatz beiträgt, dynamisches Wachstum zeigte, war die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung in der Mechatronik-Sparte erheblich durch den globalen Abschwung belastet, schloss aber dennoch mit einem positiven operativen Ergebnis ab. Für 2010 erwartet Investor Relations-Manager Andreas Wiederholt im Börsenradio-Gespräch Umsatz- und Gewinnzuwächse in beiden Bereichen und rechnet mit einem Konzernwachstum von rund fünf Prozent.

Auch die anderen europäischen Börsen haben sich am Dienstag kaum von der Stelle bewegt. Der Euro-Stoxx-50 stieg +0,05 Prozent auf 2.880,71 und der Londoner FTSE-100 schloss mit einem Minus von 0,08 Prozent auf 5.602,30 Punkte. Gewinner im Euro-Stoxx waren GdF Suez mit +1,53, Anheuser-Busch mit +1,34 und Eni mit +1,26 Prozent. Ganz unten standen die Société Générale mit -1,85, Repsoil YPF mit -1,97 und Crédit Agricole mit -2,85 Prozent. Die Tops im FTSE-100 waren Aggreko mit +2,11, Old Mutual mit +1,84 und GlaxoSmithKline mit +1,62 Prozent. Zu den größten Flops gehörten Imperial Tobacco mit -2,52, Standard Chartered mit -2,87 und Liberty International mit -4,04 Prozent.

Hinweis: Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit der RZB. Reinhör-Link zu den kompletten Inhalten: http://www.rzb.at/boersenradio

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