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Analyse der Woche: Stahl ist Trumpf - und etliche Initial Coverages
Die zurückliegende Woche brachte dem ATX etwas mehr als 100 Pluspunkte, die beste Performance im Leitindex verzeichnete die RHI. Die Aktie des Feuerfestherstellers kletterte von 13,26 Euro auf über 15 Euro. Dabei ging es sowohl am Mittwoch als auch am Freitag jeweils um die 5% nach oben. RHI profitierte dabei wohl, wie auch in etwas abgeschwächterer Form die voestalpine, von den zu Wochenbeginn bekanntgegebenen Zahlen zur globalen Stahlproduktion im Juni dieses Jahres.
Die Deutsche Bank empfahl ihren Kunden zur Wochenmitte ein Investment in RHI. Die Stahlindustrie - und damit der grösste Abnehmer der RHI-Produkte - zeige Stabilisierungstendenzen, zudem sollte der Feuerfestkonzern nach einem umfangreichen Mitarbeiterabbau im zweiten bzw. im dritten Quartal den Tiefpunkt bei den Ergebnissen sehen, erwarten die Analysten. Daher sei es an der Zeit, in RHI zu investieren.
Die DB-Empfehlung war zum richtigen Zeitpunkt, es handelte sich allerdings um ein kurzes Update, in dem Kaufempfehlung und Kursziel 15 Euro (RHI notiert zum Wochenschluss darüber) bestätigt wurden.
Unsere Wahl zur "Analyse der Woche" entfällt daher auf einen etwas umfangreicheren Report, der allerdings auch mit dem Thema Stahl zu tun hat. Es ist das "European Steel Market Update" der UBS, das ebenfalls auf den jüngsten Produktionszahlen der Stahlbranche aufsetzt. Die starke Nachfrage aus China könnte für steigende Stahlpreise auf den Weltmärkten sorgen, so Analyst Andrew Snowdowne.
Der jüngste Anstieg der Stahlpreise habe zwar das Potenzial, kurzfristig für positive Überraschungen zu sorgen. "Ohne nachhaltig starke Nachfrage und Disziplin bei der Produktion dürfte die Rally aber sehr kurzlebig sein", warnen die UBS-Analysten. Sie weisen darauf hin, dass die Aktienkurse bereits eine Erholung der Stahlwirtschaft in V-Form im Jahr 2010 vorweg nehmen. Sie gehen allerdings davon aus, dass die Branche erst 2011 (frühestens) wieder "normale" Gewinne ausweisen wird. Die UBS bleibt daher bei ihrer neutralen Sektoreinstufung für europäische Stahlaktien und nimmt leichte Änderungen der Kursziele vor: Für die voestalpine wird das Kursziel von 21,5 auf 19 Euro gesenkt.
Erfreulich ist, dass es in der zurückliegenden Woche auch einige neue Coverages gegeben hat. Die Royal Bank of Scotland sprach Empfehlungen zu Erste Group, Raiffeisen International und für die ungarische OTP Bank aus (OTP - Kauf, Erste Group - Halten, RI - Verkaufen). Analyst Grzegorz Zawada ist der Meinung: "Osteuropa ist noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Investoren sollten auf die Stärke der Bilanz, das Potenzial, Verlust zu absorbieren und die Risikopositionierung in der Region achten". Zawada siedelt sich mit den Gewinnschätzungen 2009 für RI und Erste Group unter dem Konsensus an. Ob er damit Recht behält, wird sich zeigen.
Auch für Intercell gibt es eine neue Coverage - und zwar von der UniCredit. Laut den Einträgen bei Bloomberg covern damit bereits 16 Researchhäuser die österreichische Biotech-Aktie. UniCredit-Analystin Katharina Kastenberger schliesst sich der Mehrheit an und vergibt eine Kaufempfehlung für Intercell. Das Kursziel beträgt 30 Euro. Sie führt, wie bereits andere Analysten in der Vergangenheit, u.a. die im laufenden Jahr anstehenden Studienergebnisse zu einigen neuen Wirkstoffen als mögliche Kurskatalysatoren an.
Die HSBC hat ihre Österreich-Coverage weiter verstärkt und deckt nun auch die Vienna Insurance Group ab. In der Initial Coverage wird eine "Overweight"-Empfehlung ausgesprochen, das Kursziel beläuft sich auf 38 Euro. "Short-term pain, long-term gain", so die Analysten. VIG sei eine gut kapitalisierte und defensiv aufgestellte Holding mit langfristig starken Wachstumsaussichten. Die HSBC covert damit zwölf österreichische Aktien. Zu Beginn 2009 waren es zwei.
Wir wünschen ein schönes Wochenende und freuen uns schon wieder auf das Research-Material der nächsten Tage.
Die Börse Express Redaktion kürt jeweils zum Wochenschluss eine "Analyse der Woche". Dabei wollen wir rückblickend nochmals auf jene Reports hinweisen, die entweder deutliche Kursreaktionen ausgelöst, überraschende Aspekte oder neue Ansätze enthalten haben. Die BE-Redaktion erhebt natürlich keinen Vollständigkeitsanspruch, wir können nur jene Analysen in unsere Überlegungen einbeziehen, von denen wir wissen. Auch wird die "Analyse der Woche" nie frei von subjektiven Einschätzungen sein. Aber das ist die Börse auch nicht.
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Die Deutsche Bank empfahl ihren Kunden zur Wochenmitte ein Investment in RHI. Die Stahlindustrie - und damit der grösste Abnehmer der RHI-Produkte - zeige Stabilisierungstendenzen, zudem sollte der Feuerfestkonzern nach einem umfangreichen Mitarbeiterabbau im zweiten bzw. im dritten Quartal den Tiefpunkt bei den Ergebnissen sehen, erwarten die Analysten. Daher sei es an der Zeit, in RHI zu investieren.
Die DB-Empfehlung war zum richtigen Zeitpunkt, es handelte sich allerdings um ein kurzes Update, in dem Kaufempfehlung und Kursziel 15 Euro (RHI notiert zum Wochenschluss darüber) bestätigt wurden.
Unsere Wahl zur "Analyse der Woche" entfällt daher auf einen etwas umfangreicheren Report, der allerdings auch mit dem Thema Stahl zu tun hat. Es ist das "European Steel Market Update" der UBS, das ebenfalls auf den jüngsten Produktionszahlen der Stahlbranche aufsetzt. Die starke Nachfrage aus China könnte für steigende Stahlpreise auf den Weltmärkten sorgen, so Analyst Andrew Snowdowne.
Der jüngste Anstieg der Stahlpreise habe zwar das Potenzial, kurzfristig für positive Überraschungen zu sorgen. "Ohne nachhaltig starke Nachfrage und Disziplin bei der Produktion dürfte die Rally aber sehr kurzlebig sein", warnen die UBS-Analysten. Sie weisen darauf hin, dass die Aktienkurse bereits eine Erholung der Stahlwirtschaft in V-Form im Jahr 2010 vorweg nehmen. Sie gehen allerdings davon aus, dass die Branche erst 2011 (frühestens) wieder "normale" Gewinne ausweisen wird. Die UBS bleibt daher bei ihrer neutralen Sektoreinstufung für europäische Stahlaktien und nimmt leichte Änderungen der Kursziele vor: Für die voestalpine wird das Kursziel von 21,5 auf 19 Euro gesenkt.
Erfreulich ist, dass es in der zurückliegenden Woche auch einige neue Coverages gegeben hat. Die Royal Bank of Scotland sprach Empfehlungen zu Erste Group, Raiffeisen International und für die ungarische OTP Bank aus (OTP - Kauf, Erste Group - Halten, RI - Verkaufen). Analyst Grzegorz Zawada ist der Meinung: "Osteuropa ist noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Investoren sollten auf die Stärke der Bilanz, das Potenzial, Verlust zu absorbieren und die Risikopositionierung in der Region achten". Zawada siedelt sich mit den Gewinnschätzungen 2009 für RI und Erste Group unter dem Konsensus an. Ob er damit Recht behält, wird sich zeigen.
Auch für Intercell gibt es eine neue Coverage - und zwar von der UniCredit. Laut den Einträgen bei Bloomberg covern damit bereits 16 Researchhäuser die österreichische Biotech-Aktie. UniCredit-Analystin Katharina Kastenberger schliesst sich der Mehrheit an und vergibt eine Kaufempfehlung für Intercell. Das Kursziel beträgt 30 Euro. Sie führt, wie bereits andere Analysten in der Vergangenheit, u.a. die im laufenden Jahr anstehenden Studienergebnisse zu einigen neuen Wirkstoffen als mögliche Kurskatalysatoren an.
Die HSBC hat ihre Österreich-Coverage weiter verstärkt und deckt nun auch die Vienna Insurance Group ab. In der Initial Coverage wird eine "Overweight"-Empfehlung ausgesprochen, das Kursziel beläuft sich auf 38 Euro. "Short-term pain, long-term gain", so die Analysten. VIG sei eine gut kapitalisierte und defensiv aufgestellte Holding mit langfristig starken Wachstumsaussichten. Die HSBC covert damit zwölf österreichische Aktien. Zu Beginn 2009 waren es zwei.
Wir wünschen ein schönes Wochenende und freuen uns schon wieder auf das Research-Material der nächsten Tage.
Die Börse Express Redaktion kürt jeweils zum Wochenschluss eine "Analyse der Woche". Dabei wollen wir rückblickend nochmals auf jene Reports hinweisen, die entweder deutliche Kursreaktionen ausgelöst, überraschende Aspekte oder neue Ansätze enthalten haben. Die BE-Redaktion erhebt natürlich keinen Vollständigkeitsanspruch, wir können nur jene Analysen in unsere Überlegungen einbeziehen, von denen wir wissen. Auch wird die "Analyse der Woche" nie frei von subjektiven Einschätzungen sein. Aber das ist die Börse auch nicht.
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