Allianz: Deutschland und die Welt verpassen Klimaziele
Sowohl die Welt insgesamt als auch Deutschland
und Europa werden nach Berechnungen der Allianz
China erzeugt die größte Last für das Weltklima
Die Ökonomen des Münchner Dax-Konzerns
EU führend, aber die Dynamik lässt nach
Den ersten Platz belegt das kleine Luxemburg, die Schweiz liegt auf Rang acht, Deutschland auf dem zwölften Platz und Österreich an 19. Stelle. Die EU ist dem "Transition Tracker" zufolge mit einem Anteil von sechs Prozent nach wie vor führend bei der Reduktion der CO2-Emissionen, doch hat sich das Tempo verlangsamt. Auch Deutschland schreitet laut Studie nicht schnell genug voran, um die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Das regierungsamtliche Zieldatum 2045 ist in der Studie nicht erwähnt.
Trotz politischen Gegenwinds gibt es Fortschritte
Obwohl der Klimaschutz in vielen Ländern noch nie politische Priorität war und die USA unter Präsident Donald Trump von den Klimazielen abgerückt sind, macht der Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle der Studie zufolge durchaus Fortschritte: 56 der 64 Staaten haben ihre Emissionen demnach weiter reduziert.
Ökostrom überholt Kohle
2025 markierte demnach einen wichtigen Wendepunkt: Bei der weltweiten Stromerzeugung war der Anteil der erneuerbaren Energien mit 33,5 Prozent erstmals höher als derjenige der Kohle (33,2 Prozent). Ein Treiber des Umstiegs in diesem Jahr ist demnach weniger die Klimapolitik als ein schlichter ökonomischer Anreiz: Der durch den Iran-Krieg verursachte Anstieg der Öl- und Gaspreise führt demnach einerseits zu Einsparungen beim fossilen Energieverbrauch und andererseits zu vermehrtem Absatz von Elektroautos und Solaranlagen. In diesem Jahr könnten die CO2-Emissionen demnach sogar ganz leicht um 0,5 Prozent zurückgehen. Schlusslichter in der Tabelle sind Aserbaidschan und der Iran. In beiden Ländern hat sich bisher laut Studie beim Klimaschutz nichts Messbares getan.
Versicherer zweifeln nicht an der Realität des Klimawandels
Die Allianz betreibt wie andere große Versicherungskonzerne eigene volkswirtschaftliche Untersuchungen. Die Branche hat ganz unabhängig von politischen Überzeugungen ein Eigeninteresse am Klimaschutz: Die Schadenbilanzen der Unternehmen zeigen, dass steigende Durchschnittstemperaturen mit steigenden Naturkatastrophenschäden durch Unwetter und Überschwemmungen einhergehen - nicht linear von Jahr zu Jahr, aber im langfristigen Trend./cho/DP/zb
ISIN DE0008404005
AXC0016 2026-11-05/05:43
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