Zahl der Abschiebungen in die Türkei nimmt zu
Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland sinkt zwar seit einiger Zeit leicht, die Rückführungen in die Türkei nehmen jedoch entgegen diesem Trend weiter zu. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der innenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger.
Was aus den vom Bundesinnenministerium dafür gelieferten Daten ebenfalls hervorgeht: Abschiebungen nach Syrien, vor allem von Straftätern, bleiben schwierig, sind jedoch in Einzelfällen möglich. Seit Jahresbeginn gab es den Angaben zufolge bisher sechs Abschiebungen in das arabische Land.
Von den 14.324 Ausländern, die zwischen Anfang Januar und Ende September aus Deutschland abgeschoben wurden, wurden 2.025 Menschen in die Türkei gebracht. Die Türkei belegte damit auf der Liste der häufigsten Zielstaaten den ersten Platz, gefolgt von Georgien mit 883 Abgeschobenen und Algerien, wohin es 629 Rückführungen gab. Algerische Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum, während Georgier mit biometrischem Reisepass für kurze Besuche visumfrei einreisen dürfen.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist ein Rückgang der Abschiebungen um rund 18,9 Prozent zu verzeichnen. Von Januar bis September 2025 waren 17.651 Abschiebungen aus Deutschland vollzogen worden.
Mehr freiwillige Ausreisen
Das bedeutet allerdings nicht, dass in den ersten drei Quartalen dieses Jahres deutlich weniger Ausreisepflichtige das Land verlassen haben als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025. Denn die Zahl der staatlich geförderten freiwilligen Ausreisen nahm seither zu.
Mit staatlicher Förderung aus dem Bund-Länder-Programm REAG/GARP hatten zwischen Januar und September 2025 insgesamt 12.263 Menschen Deutschland verlassen, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mitteilt. Ein Jahr später entschieden sich laut vorläufigen Zahlen des Ministeriums 14.140 Menschen für eine solche staatlich geförderte Ausreise.
Hinzu kommen weitere Ausreisen ohne Förderung vom Bund beziehungsweise solche mit einer Förderung, die ausschließlich von dem Bundesland gewährt wird, in dem der Ausländer seinen Wohnsitz hat.
Rund 52 Abschiebungen pro Tag
Aus Sicht von Bünger sind mehr als 50 Abschiebungen pro Tag immer noch viel zu viel. Sie sagt: "Trotz des Rückgangs erreichen mich viele Nachrichten über Familientrennungen, Abschiebungen von Kindern und Jugendlichen, die in die Schule gehören statt in den Abschiebeflieger oder Abschiebungen von kranken und pflegebedürftigen Menschen."/abc/DP/zb
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