ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Deutliche Gewinne nach US-Zwischenwahlen
Europas wichtigste Aktienindizes
haben am Mittwoch deutlich zugelegt. Am Tag nach dem klaren Wahlsieg
der Demokraten bei den Zwischenwahlen zum US-Kongress schloss der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 1,97 Prozent höher
mit 6.265,71 Punkten. Als Kursstützen erwiesen sich der deutliche
Rückgang der Ölpreise und positiv aufgenommene Geschäftsaussagen von
Unternehmen.
Außerhalb des Euroraums gewann der Züricher SMI 1,90
Prozent auf 15.022,85 Punkte, womit er erneut ein Rekordhoch
erreichte. Der britische FTSE 100 verabschiedete sich
1,79 Prozent höher mit 10.829,21 Punkten aus dem Handel.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 führten Banken-
, Einzelhandels- und Autotitel
die Gewinnerliste an.
Zu den Banken verwiesen Marktteilnehmer auf Umschichtungen aus dem
Technologiebereich und den USA. Die Geldhäuser seien zuletzt von den
Diskussionen um die immensen Investitionen in Künstliche Intelligenz
und ihre Amortisierung zumindest indirekt betroffen gewesen. Zudem
seien die EZB-Zinserwartungen zuletzt wieder gestiegen. Die
Inflationsdaten für den Euroraum im Oktober haben nach Ansicht der
Volkswirte der ING die Aussichten auf eine Zinserhöhung im Dezember
erhöht.
Aus dem Einzelhandelssektor ragte Ahold Delhaize mit
einem Kurssprung von 6,6 Prozent heraus. Dank einer starken
Entwicklung auf den europäischen Absatzmärkten habe der
Handelskonzern besser abgeschnitten als erwartet, schrieben die
Experten der kanadischen Bank RBC. Die Kürzung der Jahresziele
erscheine weniger drastisch, als man habe befürchten müssen, merkten
zudem die Analysten der US-Bank Jefferies an.
Gut kamen zudem die Zahlen von Novo Nordisk an, wie
das Kursplus von 5,6 Prozent zeigte. Der Pharmahersteller hob nach
einem überraschend guten Quartal ein weiteres Mal seine Prognose für
das laufende Jahr an. Der gute Lauf seiner Appetitzügler stimmt die
Dänen optimistischer. Auch der Start der Wegovy-Abnehmpille in
wichtigen Märkten beflügelte.
Ein starker Quartalsbericht von Heidelberg Materials
gab auch anderen Baustoffwerten Auftrieb. Die Aktien des deutschen
Unternehmen stiegen um 9,6 Prozent. Holcim und Saint
Gobain waren mit 3 und 3,4 Prozent Aufschlag
ebenfalls gefragt.
Verlierer in Europa waren nur die Aktien von Öl- und Gas-
sowie Technologiekonzernen , wobei sich
das Minus bei letzteren in Grenzen hielt. Die schwachen europäischen
Halbleiterwerte entwickelten sich im Einklang mit der US-Konkurrenz
- dort machen sich die Anleger wegen einer möglicherweise stärkeren
Regulierung der KI-Branche nach dem Wahlsieg der Demokraten
Sorgen./gl/jha/