Handwerk erwartet steigende Kosten für Kunden
Das Handwerk erwartet steigende Kosten für Kunden. "Die steigenden Energiepreise sowie höhere Kosten für Metalle, Baustoffe und teilweise auch Elektronikkomponenten erhöhen den Kostendruck im Handwerk", sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutschen Presse-Agentur. Zusammen mit steigenden Lohn- und Lohnzusatzkosten schlage sich das zunehmend in den Angebotspreisen nieder. "Die Folgen tragen letztlich auch die Kundinnen und Kunden: Handwerkliche Leistungen werden teurer, notwendige Investitionen schwerer finanzierbar."
Der aktuelle ZDH-Konjunkturbericht zeige, dass die Betriebe mit weiter und nochmals stärker steigenden Absatzpreisen rechneten. "Das ist ein Warnsignal. Wir müssen die Betriebe bei den Energie- und Arbeitskosten entlasten, damit handwerkliche Leistungen für die Menschen bezahlbar bleiben."
Der Konjunkturmotor im Handwerk springe trotz der besseren Wachstumsprognosen für die Gesamtwirtschaft nicht an, so Schwannecke. "Von den für die Gesamtwirtschaft prognostizierten 1,3 Prozent Wachstum profitieren die Handwerksbetriebe bislang kaum."
Die Bundesregierung erwartet nach Jahren der wirtschaftlichen Schwächephase in diesem Jahr wieder ein deutlich höheres Wachstum. Dieses wird aber maßgeblich getrieben von Milliarden-Ausgaben des Staates über Sondervermögen auf Pump zur Modernisierung der Infrastruktur sowie zur Verteidigung.
Die Wachstumsimpulse kämen vor allem aus dem Exportgeschäft, während die Binnennachfrage schwächele und auch die Mittel aus den Sondervermögen dem Handwerk bisher kaum zusätzliche Aufträge brächten, sagte Schwannecke. Hinzu kämen hohe Energie- und Materialkosten sowie Lieferengpässe.
Laut Herbst-Konjunkturumfrage bewerten die Handwerksbetriebe ihre aktuelle Geschäftslage schlechter aus als vor einem Jahr. Auch die Erwartungen trüben sich ein. Die Auftragspolster im Gesamthandwerk sinken laut Umfrage weiter deutlich.
Schwannecke forderte die Bundesregierung zu wettbewerbsfähigen Energiepreisen, weniger Bürokratie, niedrigeren Steuern, geringeren Lohnzusatzkosten sowie mehr Planungssicherheit auf./hoe/DP/zb
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