, dpa-AFX

ROUNDUP/Merz: Stromsteuersenkung für alle hat Priorität

Bundeskanzler Friedrich Merz strebt trotz der schwierigen Suche nach einer Finanzierung baldige Klarheit für eine Senkung der Stromsteuer für alle an. "Wir sind da jetzt in der Schlussphase der Beratungen. Ich hoffe, dass wir das hinkriegen", sagte der CDU-Chef bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Berlin. "Das hat für mich auch eine gewisse Priorität vor anderen energiepolitischen Maßnahmen, die wir da möglicherweise mit Spritpreisbremse, Preisdeckel oder etwas Ähnlichem machen."

Merz sagte: "Das ist eine Kraftanstrengung für den Haushalt. Ich habe ein paar Ideen im Kopf, wie wir das umsetzen können." Darüber werde in diesen Tagen gesprochen. "Ich habe jetzt dem Bundesfinanzminister gesagt, dass wir es für die nächste Haushaltsrunde, also für das Jahr 2027, hinkriegen müssen." Der Kanzler wies darauf hin, dass es um Steuerausfälle von fünf Milliarden Euro pro Jahr gehe. "Aber wir sollten es machen."

Finden sich doch Spielräume?

Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß zu senken. Umgesetzt wurde es wegen Haushaltszwängen aber bisher nur für das produzierende Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte sich offen für eine Senkung für alle gezeigt. Er machte aber deutlich, dass er dafür vorerst keine Spielräume im Etat und keine Gegenfinanzierung sieht.

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte, es seien natürlich alle bemüht, das im Koalitionsvertrag stehende Vorhaben hinzubekommen. Allerdings sei die Finanzierungsfrage alles andere trivial. "Deswegen muss der Bundeskanzler mir seine Überlegungen dann noch mal schildern", sagte Miersch vor einer SPD-Fraktionssitzung. "Im Moment kann ich da keine Entwarnung geben."

Union steht auch zu Spritpreisdeckel

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) machte klar, dass die Union weiter auch zur Koalitionsvereinbarung stehe, einen Spritpreisdeckel einzuführen. Dies müsse einige Voraussetzungen erfüllen. "Es darf nicht dazu führen, dass es den Sprit eben dann in Deutschland nicht mehr gibt, sondern in anderen Ländern, weil er dort eben zu anderen Preisen angeboten werden kann." Auch die Auswirkungen auf die elf deutschen Raffinerien seien zu berücksichtigen. "Aber wir sind gewillt, das umzusetzen, was wir miteinander vereinbart haben."

Kanzler Merz ließ mit Blick auf die Luftfahrtbranche erkennen, dass er nach der Senkung der Ticketsteuer weitere Entlastungsschritte befürwortet. Zum 1. Juli habe die Koalition eine vorherige Erhöhung der Steuer bereits wieder zurückgenommen. "Der zweite Teil muss folgen, da bin ich bei Ihnen", sagte er zu einer Fragestellerin, die für eine Abschaffung der Steuer geworben hatte.

Kanzler sieht Belastungen für Luftfahrt

Merz sagte, man tue sich mit dieser Belastung keinen Gefallen, denn der Luftverkehr weiche auf Standorte außerhalb Deutschlands aus. "Dann fallen dort die Gebühren an und dort die Passagiere und dort die Umsätze. Ich möchte, dass wir das wieder korrigiert bekommen."/wim/DP/zb

AXC0293 2026-11-03/16:13

Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.