Aktien New York: Nasdaq 100 rutscht vor Apple-Zahlen und Wahlen ins Minus
Die am Montag zunächst deutlich erholte
US-Technologiebörse Nasdaq hat im Handelsverlauf merklich an Schwung
verloren. Zuletzt notierte der Auswahlindex Nasdaq 100
0,36 Prozent im Minus bei 28.284 Punkten. Vor dem
Wochenende war er mit negativen Geschäftsaussagen des Internetriesen
Amazon und des Halbleiterherstellers Intel um rund
dreieinhalb Prozent eingebrochen.
Angesichts nachbörslich anstehender Apple -Zahlen und
der Zwischenwahlen für das US-Parlament am Dienstag fand die
Kaufbereitschaft trotz des Ölpreis-Rutsches damit schnell wieder
Grenzen. Zudem berichtete das KI-Unternehmen Anthropic vor seinem
Börsengang, seit Jahresbeginn einen Verlust von 104 Milliarden
US-Dollar gemacht zu haben.
Der Leitindex Dow Jones Industrial behauptete mit
einem Anstieg um 0,91 Prozent auf 52.242 Punkte hingegen einen
Großteil seines Gewinns. Er machte sein Freitagsminus von rund einem
Prozent fast wieder wett. Für den marktbreiten S&P 500
ging es zuletzt noch um 0,15 Prozent auf 7.591 Punkte
bergauf.
"Die Anleger scheinen bereit, nach den jüngsten Rückschlägen wieder
selektiv Risiken einzugehen", kommentierte Analyst Andreas Lipkow
von CMC Markets die Entwicklung an den US-Börsen. "Ob daraus eine
breitere Erholung entsteht, hängt allerdings maßgeblich von den
nächsten Unternehmenszahlen ab. Nach den jüngsten Enttäuschungen bei
mehreren US-Technologiekonzernen dürfte insbesondere der Ausblick
(von Apple) auf das wichtige Jahresendgeschäft genau unter die Lupe
genommen werden."
Bei Apple zeigten sich die Investoren skeptisch: Mit einem Minus von
2,1 Prozent gab es bei dem Technologieriesen weitere
Gewinnmitnahmen. Am vergangenen Donnerstag hatten die Aktien noch
ihr am 23. Oktober erreichtes Rekordhoch getestet. Vor dem
Wochenende hatte Apple zudem wieder seinen ärgsten Rivalen, den
Chipkonzern Nvidia , im Rennen um das wertvollste
Börsenunternehmen überholt. Aktuell hat Nvidia aber wieder knapp die
Nase vorn.
Dem US-Halbleiterkonzern Marvell Technology brockte
der nun bestätigte Ausbau des KI-Infrastrukturgeschäfts mit der
Übernahme von Lumentum einen weiteren Kursrutsch von
8,7 Prozent ein. Dabei wird für den Laserspezialisten ein
Unternehmenswert inklusive Schulden von rund 115 Milliarden
US-Dollar angesetzt. Der Kauf soll komplett mit Marvell-Aktien
bezahlt werden. Die Lumentum-Aktien büßten am Nasdaq-100-Ende
weitere 14 Prozent ein. Bereits in der Vorwoche waren entsprechende
Spekulationen aufgekommen.
Dass Oracle laut einer Mitteilung an die
US-Börsenaufsichtsbehörde SEC für rund 10 Milliarden US-Dollar neue
Aktien ausgeben will, ließ die Titel um 6,2 Prozent sinken. Zudem
begab Oracle Anleihen für 10 Milliarden Dollar. Der Softwarekonzern
hatte vergangene Woche angekündigt, sich bis Mitte 2030 nur noch 20
Milliarden Dollar am Finanzmarkt zur Wachstumsfinanzierung
beschaffen zu wollen.
Die A-Aktien von Alphabet erholten sich etwas mit
plus 1,3 Prozent. Der Google-Mutterkonzern startet Kreisen zufolge
eine zweite Euro-Anleiheemission im laufenden Jahr und will damit
die Investorennachfrage testen. Die Emission folgt auf die
Quartalszahlen von Alphabet, die die Besorgnis über das Ausmaß der
KI-Investitionen verstärkt und allein vergangenen Donnerstag fast
500 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet hatten.
Die Anteilscheine von Inovio Pharmaceuticals sprangen
um gut 240 Prozent nach oben. Das Biotech-Unternehmen erhielt von
der US-Gesundheitsbehörde FDA eine beschleunigte Zulassung für
Voceryq, eine Immuntherapie zur Behandlung von Erwachsenen mit der
Atemwegserkrankung rezidivierende respiratorische Papillomatose.
Die Papiere von Estée Lauder verloren 2,9 Prozent,
obwohl der Kosmetikkonzern unerwartet gute Quartalszahlen vorgelegt
und die Jahresziele erhöht hatte. Die Aktien waren zuletzt
allerdings gut gelaufen. Die Geschäftsaussagen seien ein weiteres
Zeichen dafür, dass die Sanierungsbemühungen des Unternehmens bei
den Verbrauchern Anklang fänden, hieß es am Markt.
Die Titel von Check Point Software fielen um 4,2
Prozent. Das Unternehmen hatte für das dritte Quartal einen Umsatz
unter der durchschnittlichen Analystenschätzung gemeldet./gl/he