Prien: Gewalt nach Jugenddemos wirft Integrationsfragen auf
Nach Krawallen im Anschluss an Jugendproteste am Wochenende stellt sich aus Sicht von Bildungsministerin Karin Prien auch die Frage, wie Integration besser gelingen kann. Nach Abschluss der "weitestgehend friedlichen Demonstrationen" habe es Gewaltexzesse linksradikaler Gruppen gegeben, "aber eben auch von anderen, die wohl auch aus migrantischen Milieus stammen", sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk. "Hier geht es ja nicht darum, Ressentiments zu schüren, das wäre auch politisch falsch."
Es gehe darum, die Realität zu betrachten und auch einen Eindruck davon zu bekommen, warum Menschen zu solchen Mitteln greifen. "Und wenn die aus migrantischen Milieus stammen, dann muss uns das Sorgen bereiten und dann müssen wir da auch auf die Ursachen schauen", sagte die Bildungsministerin.
Prien: Warum sind Menschen bei uns nicht angekommen?
Eine Frage sei, warum Integration in manchen Gruppen weniger gelinge als in anderen. "Und da geht es nicht um die Passfrage. Da geht es um die Frage: Warum sind Menschen in unserer Gesellschaft nicht angekommen und was ist zu tun, damit das in Zukunft besser gelingt?"
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuvor gesagt: "Es gab friedliche Demonstrationen, die dann Richtung Abend gekapert worden sind von gewaltbereiten linken Gruppen und migrantischen Chaoten." Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ging dazu auf Distanz und fragte: "Was sind denn migrantische Gruppen? Sind das Menschen, die in dritter Generation in Deutschland leben und deutsche Staatsangehörige sind? Wo hören wir auf, das zu differenzieren? Ich glaube, das führt in die falsche Richtung."
Prien sagte, die Debatte führe ein bisschen am Kern vorbei. Ihr sei wichtig, dass den jungen Menschen, die keine Gewalt ausübten, zugehört werde. Anders als in Frankreich sei hier Wut nicht das vorherrschende Motiv. Es handele sich um eine Generation, die relativ pragmatisch auf das schaue, was ist, und auch auf ihre Zukunft. "Und da gibt es schon Dinge, über die man sich als junger Mensch heute Sorgen machen muss."/cco/DP/mis
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