Aktien Frankfurt: Dax über 26.000 Punkte - EZB-Leitzins stabil
Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten
Erholungskurs am Donnerstag beschleunigt fortgesetzt. Die
Europäische Zentralbank (EZB) ließ die Leitzinsen im Euroraum trotz
erhöhter Inflation erwartungsgemäß unverändert. Bereits am Vorabend
hatte die US-Notenbank Fed die Leitzinsen stabil gehalten.
Der Dax stieg am Nachmittag über die Marke von 26.000
Punkten auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Wochen und hielt
das Niveau nach dem EZB-Zinsentscheid. Zuletzt notierte der
Leitindex 1,3 Prozent im Plus bei 26.029 Punkten. Der MDax
der mittelgroßen Unternehmen gewann ebenfalls 1,3
Prozent auf 30.808 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
legte um 0,6 Prozent zu.
Am Vormittag hatte die EZB bekanntgegeben, dass Christine Lagarde am
7. Februar 2027 vorzeitig als Präsidentin der Zentralbank abtritt.
Dies ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten
Emmanuel Macron, noch vor der Wahl in Frankreich im April 2027 die
Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu
klären. Hintergrund sind Sorgen, dass eurokritische Rechtspopulisten
um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft
gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren
könnte.
Licht und Schatten zeigten die Quartalsbilanzen der Tech-Giganten
Microsoft und Alphabet . Microsoft
überzeugte, während die Google-Muttergesellschaft enttäuschte. In
Asien waren Anleger mit dem Abschneiden von Samsung
nicht zufrieden. Auch hierzulande ging die Berichtssaison der
Unternehmen mit voller Fahrt weiter.
Die Aktien von Adidas stiegen nach detaillierten
Quartalszahlen auf den höchsten Stand seit Mitte August und
notierten an der Dax-Spitze zuletzt 4,0 Prozent im Plus. Der
Sportartikelhersteller hatte die vorläufigen Zahlen für das dritte
Jahresviertel sowie die unlängst erhöhte Prognose bestätigt. Analyst
Piral Dadhania von der Bank RBC sieht im dritten Quartal eine
Fortsetzung der positiven globalen Trends.
Der Konsumgüterkonzern Henkel machte im dritten
Quartal mehr Umsatz als im Vorfeld erwartet. Dabei profitierte das
Unternehmen stark von höheren Preisen. Die Verkaufsmengen legten
ebenfalls zu, jedoch nicht so deutlich. Mit Blick auf die
Erlösentwicklung im laufenden Jahr zeigte sich Henkel optimistischer
und passte auch den Ergebnisausblick an. Die Aktie gewann 0,9
Prozent.
Der Wohnimmobilienkonzern Vonovia erwartet, dass der
bereinigte operative Gewinn (Ebitda) im laufenden Jahr in der
unteren Hälfte der anvisierten Spanne liegen wird. Bei Anlegern kam
das nicht gut an. Die seit Monaten unter Druck stehende
Vonovia-Aktie fiel auf ein weiteres Tief seit dem Frühjahr 2023 und
verlor als Dax-Schlusslicht 2,4 Prozent.
Nach einer dreitägigen Kurserholung legten die Papiere von MTU
mit minus 1,0 Prozent den Rückwärtsgang ein. Am
Freitag waren sie auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni
gefallen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sei im dritten
Quartal etwas hinter der Konsensschätzung zurückgeblieben, schrieb
George McWhirter von der Berenberg Bank.
Eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung , schwache
Geschäfte in China und Kosten für den Konzernumbau drückten
Volkswagen im dritten Quartal tief in die roten
Zahlen. Der Konzernverlust nach Steuern lag in den Monaten Juli bis
September bei rund 5,82 Milliarden Euro. Die VW-Vorzugsaktie stieg
dennoch um 1,9 Prozent.
Die Aktien von Airbus gewannen nach Geschäftszahlen
2,4 Prozent. Der weltgrößte Flugzeughersteller steuert trotz eines
Sommers mit Produktionsmängeln bei den Auslieferungen weiterhin auf
ein Rekordjahr zu.
Die Titel von Knorr-Bremse sackten nach
Quartalszahlen des Bremsenherstellers als schwächster Wert im MDax
um 6,5 Prozent ab. Auftragseingang, Umsatz und operatives Ergebnis
hätten die Konsensschätzungen nicht erreicht, schrieb
JPMorgan-Experte Akash Gupta.
Teils höhere Absatzpreise und das laufende Kostenprogramm trieben
Wacker Chemie im Sommerquartal an. Die Jahresziele
für Umsatz und operativen Gewinn wurden bestätigt. Die
Nettoverschuldung soll indes niedriger ausfallen als bisher gedacht.
Die Wacker-Papiere verteuerten sich um 4,7 Prozent.
Der Stahlhersteller Salzgitter hob nach den ersten
neun Monaten sein Ergebnisziel für das Gesamtjahr erneut an. Die
Salzgitter-Titel zogen als MDax-Spitzenreiter um 8,9 Prozent an.
Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck
kappte nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr seinen
Ergebnisausblick für das Geschäftsjahr. Der Aktienkurs sackte um bis
zu 23 Prozent auf den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren ab.
Zuletzt stand ein Verlust von 13 Prozent zu Buche./edh/stk