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ROUNDUP: Oleschky-Waffenruhe: Ukrainer und Russen bereiten Evakuierung vor

Die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky im südukrainischen Gebiet Cherson hält weiter. In der Stadt liefen für die Schaffung eines sichereren Hilfskorridors die Arbeiten zur Beseitigung und Entschärfung von Minen erfolgreich, wie der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa zeitgleich mitteilten. "Parallel dazu stellen wir bereits die humanitäre Hilfslieferung zusammen, die wir morgen nach Oleschky bringen wollen", sagte Lubinez, der auch selbst dort sein wird. Demnach stimmen sich die Vertreter beider Kriegsparteien eng ab.

"Die Waffenruhe hält schon 54 Stunden. Beide Seiten erfüllen ihre Verpflichtungen", sagte Lantratowa. Es gebe keine Verstöße. Die Menschen aus Oleschky sollen am Samstag über einen humanitären Hilfskorridor die Stadt verlassen können. Die in die Ukraine ausreisenden Bewohner sollen in die russische Schwarzmeer-Stadt Anapa gebracht und von dort nach Gomel in Belarus ausgeflogen werden, von wo aus sie weiter in die Ukraine reisen können.

Größte gemeinsame Aktion seit Kriegsbeginn

Wer in der seit Monaten abgeriegelten und völlig unterversorgten Stadt bleiben will, soll Lebensmittellieferungen und Medikamente erhalten. Lubinez und Lantratowa dankten erneut US-First-Lady Melania Trump, die die Waffenruhe vermittelt hatte. Auch Papst Leo XIV. hatte sich bei Telefonaten mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für die humanitäre Feuerpause eingesetzt.

Putin warf der Ukraine vor, die Stadt durch die Verminung der Zugänge von der Außenwelt abgeschnitten zu haben. Dadurch sei "praktisch eine humanitäre Katastrophe" geschaffen worden, sagt er beim Russland-Afrika-Gipfel in Moskau. Er ließ unerwähnt, dass er den Angriffskrieg selbst begonnen, die Besetzung von Gebieten befohlen und Tod und Zerstörung über die Ukraine gebracht hat. Russland sei dabei, den Konflikt mit der Ukraine zu lösen, sagte Putin erneut.

In Oleschky leben nach Schätzungen noch etwa 1.500 bis 2.000 Menschen, darunter Dutzende Kinder. Vor dem Krieg waren es 24.000 Bewohner.

Es handelt sich um die größte gemeinsame Aktion von Ukrainern und Russen seit Kriegsbeginn im Februar 2022. Die Kriegsparteien hatten immer wieder Gefangenenaustausche umgesetzt und auch die Leichen von gefallenen Soldaten übergeführt. Eine solche große gemeinsame Hilfsaktion für die Zivilbevölkerung mit einer mehrtägigen Waffenruhe hat es so bisher nicht gegeben. Die Waffenruhe ist bis Sonntagabend angesetzt./mau/DP/stk

AXC0191 2026-10-29/12:01

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