Wiener Aktienmarkt vorbörslich moderat leichter erwartet / Warten auf EZB-Entscheid - Zahlen von OMV und Andritz
Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Donnerstag vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Verlusten in den Handel starten. Eine Bankenindikation sah den ATX rund 40 Minuten vor Handelsbeginn bei 6.420 Punkten und damit 0,3 Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag. Das europäische Umfeld wird dagegen mit Gewinnen erwartet.
Die Ölpreise sanken in der Früh ein Stück weit, wenngleich sie immer noch sehr hoch sind. Die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Vorabend, die Leitzinsen unverändert zu lassen, war wie erwartet ausgefallen. Auch die EZB dürfte an diesem Donnerstag Ökonomen zufolge ihre Zinsen nicht verändern.
Licht und Schatten zeigten nach US-Börsenschluss die Quartalsbilanzen der Tech-Giganten Microsoft und Alphabet. Microsoft überzeugte, während die Google-Muttergesellschaft enttäuschte. In Asien waren Anleger mit dem Abschneiden von Samsung nicht zufrieden. In Wien gaben mit OMV und Andritz zwei wichtige ATX-Unternehmen Einblick in ihre Bücher.
Dank höherer Öl- und Gaspreise sowie gestiegener Raffineriemargen am Weltmarkt hat die OMV ihren operativen Gewinn im dritten Quartal um 68 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert. Das um Lagereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten (CCS) betrug rund 2,1 Milliarden Euro. Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent auf fast neun Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie verdoppelte sich fast auf 3,14 Euro.
Die Analysten der Bank Barclays stuften die Ergebnisse als neutral ein. Während das operative Ergebnis leicht enttäuscht habe, würden Nettoergebnis und Cashflow vor Working Capital über den Konsens liegen. Analyst Adnan Dhanani von der kanadischen RBC monierte dagegen das enttäuschende Chemiegeschäft und erwartet eine negative Reaktion der Aktie.
Andritz steigerte sowohl Umsatz als auch Gewinn im dritten Quartal; nur der Auftragseingang ging auf hohem Niveau leicht zurück und verfehlte zudem die Analystenerwartungen damit etwas. Daniel Lion von der Erste Group attestierte dem Anlagenbauer ein "insgesamt solides Quartal". Für das Gesamtjahr rechnet der Analyst weiter damit, dass Andritz das obere Ende der prognostizierten Margenspanne erreichen wird.
Inzwischen hat der Aluminiumkonzern AMAG (Austria Metall AG) in den ersten drei Quartalen Umsatz und Ertrag deutlich gesteigert. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 16,4 Prozent auf 1,32 Mrd. Euro, der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) kletterte um 58,9 Prozent auf 181,4 Mio. Euro. Unterm Strich blieben 81,7 Mio. Euro übrig, um 141,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erste-Experte Michael Marschallinger sah in den endgültigen Ergebnissen keine größeren Überraschungen.
Am Mittwoch hatte der ATX um 0,15 Prozent höher bei 6.439,59 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Mittwoch:
Lenzing +8,08% 10,70 Euro RHI Magnesita +4,84% 32,50 Euro Polytec +3,56% 6,40 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Mittwoch:
Semperit -2,75% 17,70 Euro Flughafen Wien -2,32% 50,60 Euro voestalpine -2,31% 41,50 Euro
spa/mik
ISIN AT0000999982