ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Märkte im Plus nach US-Zinsentscheid
Die US-Börsen haben am Mittwoch nach der
erwartungsgemäßen Zinsbestätigung in den USA und den Begleitaussagen
der Notenbank Fed im Plus geschlossen. Vor allem galt dies für die
Technologiewerte an der Nasdaq, deren Erholung weiterging. Aktien
mit KI-Fantasie kommen neuerdings wieder in Mode, doch auf sie
wartete nach US-Börsenschluss mit den Quartalszahlen von Microsoft
und Alphabet schon die nächste
Belastungsprobe.
Der technologielastige Nasdaq 100 legte am Ende um
0,55 Prozent auf 29.813,16 Punkte zu, was ihm zum höchsten Stand
seit einer Woche und zu einem Test der kurz- bis mittelfristig
relevanten 50-Tage-Durchschnittslinie verhalf. Der marktbreite S&P
500 schloss 0,28 Prozent höher bei 7.743,98 Zählern
und der Dow Jones Industrial legte um 0,19 Prozent
auf 52.475,10 Punkte zu.
Nach der im September vollzogenen ersten Zinserhöhung seit Jahren
behalten die US-Währungshüter jetzt ihren Leitzins unverändert.
Spannend bleibt die Frage, ob es nun im Dezember zur nächsten
Straffung der Geldpolitik kommt, mit der Anleger rechnen. Der
Fed-Chef Kevin Warsh untermauerte diese Erwartung. Er überraschte
die Märkte mehr mit der Ankündigung baldiger Sitzungen, die ohne
Zinsentscheid bleiben werden.
Unter den sieben bedeutendsten Tech-Riesen ("Magnificent 7")
rangierte die Mehrheit im Minus, nur Alphabet und
Amazon konnten sich im Plus behaupten. Bei beiden kam
nach zuletzt schlechtem Lauf etwas Vorfreude auf, denn von Amazon
werden am Donnerstag die Resultate erwartet. Alphabet half auch ein
Kreise-Bericht, wonach der KI-Konzern OpenAI beabsichtigen soll, für
den Ausbau seiner Rechenkapazitäten Chips von der Tochter Google
zu kaufen.
Viele Chipwerte profitierten weiter von der zuletzt wieder
auflebenden Attraktivität von KI-Werten. Starke Zahlen des
südkoreanischen Speicherchipkonzerns SK Hynix kamen
vor allem bei US-Unternehmen gut an, die mit Speichern oder
Speicherchips ihr Geld verdienen. Dazu gehörten etwa Micron
und Sandisk mit Anstiegen um bis zu
7,7 Prozent.
Oracle gab seinen mehr als zehn Prozent höheren
Aktien im Verlauf mächtig Schub mit einem hohen mittelfristigem
Umsatzziel, das im Rahmen einer Investorenkonferenz genannt wurde.
Es verspricht eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von
über 35 Prozent. Zudem bremste der Konzern die Sorgen der Investoren
hinsichtlich der Rendite von KI-Investitionen mit seinem
langfristigen Cashflow-Ausblick.
Die Berichtssaison bewegte vor allem Nebenwerte. Beim Spezialisten
für Solarenergietechnik Enphase Energy mussten die
Anleger wegen eines schwachen Quartalsausblicks einen Kurseinbruch
um 16 Prozent verkraften.
Viel besser sah es da bei Vertiv Holdings mit einem
Kurssprung um 16,5 Prozent aus. Der Hersteller von Energie- und
Kühlanlagen hat seine Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie
für das Gesamtjahr auf ein Niveau über den Konsensschätzungen
angehoben.
Bei Unternehmen, die aus dem Mischkonzern GE hervorgingen, war das
Bild unterschiedlich. Angehobene Jahresziele bescherten dem
Medizintechnikkonzern GE Healthcare ein Kursplus, das
fast sieben Prozent groß war. Die Titel des Energietechnikkonzerns
GE Vernova gaben dagegen um fast zwei Prozent nach.
Einer angehobenen Ergebnisprognose stand eine milliardenschwere
Übernahme gegenüber.
Im Dow wurden vorgelegte Resultate für die gut gelaufenen Visa-Titel
kein richtiger Kurstreiber mehr, ihr Handel endete
mit 0,3 Prozent im Minus. Der Zahlungsdienstleister erzielte im
abgelaufenen Geschäftsjahr zwar einen Rekordumsatz, erfüllte damit
aber lediglich die Erwartungen./tih/zb