ROUNDUP 2: VW-Rivale Stellantis wieder in den roten Zahlen - Aktie springt hoch
(Kurs aktualisiert)
AMSTERDAM (dpa-AFX) - Nach einem profitablen ersten Halbjahr hat der
Autokonzern Stellantis
Der Anteil gewann in Paris am Nachmittag 14 Prozent auf 4,23 Euro. Das dürfte für Anleger aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, denn der Kurs hat im bisherigen Jahr damit immer noch mehr als die Hälfte eingebüßt. Im Frühjahr 2024 kostete die Aktie gar noch über 25 Euro.
Das dritte Quartal sei zwar schwach gewesen, schrieb Branchenexperte Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC. Doch die Erwartungen am Markt hätten noch viel niedriger gelegen. Schlüssel sei, dass Stellantis im Unterschied zu anderen Autobauern und Zulieferern bei seinem Ausblick geblieben sei.
Auch angesichts des hohen Anteils an Leerverkäufen bei der Aktie sei ein deutlicher Aufwärtsdrall beim Aktienkurs zu erwarten. Leerverkäufer spekulieren auf sinkende Kurse. Bei besser als erwartet ausfallenden Resultaten und anziehendem Kurs können sie sich zur Vermeidung weiterer Verluste zum Aktienkauf gezwungen sehen - was den Kurs weiter treiben kann.
Philippe Houchois von der US-Bank Jefferies sprach davon, dass Stellantis komfortabel innerhalb niedrig liegender Erwartungen abgeschnitten habe.
Absolut gesehen zeigten die Zahlen des Konzerns mit Marken wie Fiat, Peugeot, Citröen, Chrysler, Alfa Romero aber nach wie vor, dass Konzernchef Antonio Filosa bei der geplanten Kehrtwende aus der Krise noch viel Arbeit vor sich hat.
Vor Zinsen und Steuern sowie Sonderposten kam im Quartal ein operativer Gewinn von 256 Millionen Euro zustande, bei einer Marge von gerade einmal 0,7 Prozent. Aus dem Industriegeschäft - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - flossen zudem in den drei Monaten rund 4 Milliarden Euro freie Finanzmittel ab. Das soll sich im vierten Quartal zwar teilweise wieder umkehren. Aber erst 2027 rechnet Filosa damit, dass dem Konzern aus dem Tagesgeschäft mit dem Autobau auf Jahressicht insgesamt wieder freie Mittel zufließen.
Stellantis hat vor allem wegen der strategischen Abkehr von seinem früheren Elektrokurs in den Vereinigten Staaten zu leiden. Wegbrechende Kaufanreize sowie geänderte Rahmenbedingungen machten dem Unternehmen und auch anderen Autobauern mit Wurzeln in den USA einen Strich durch die Rechnung bei Elektroantrieben. Das Umsteuern war teuer, so schrieb auch Stellantis viele Milliarden auf Technik und Modelle ab und muss viel Geld in das Zulieferersystem stecken.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz des Konzerns mit italienischen, französischen und amerikanischen Wurzeln um ein Prozent auf 37,6 Milliarden Euro. Wie bereits bekannt waren die Verkäufe um ein Prozent auf knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge gesunken.
Das Management um Chef Filosa bestätigte die Jahresprognose. Auf der Agenda steht ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie eine bereinigte operative Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich./men/tav/jha/he
ISIN NL00150001Q9
AXC0240 2026-10-28/16:35
Relevante Links: Stellantis N.V., Volkswagen AG