Nach der Erholung zum Wochenstart hat sich der
deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte behauptet. Geprägt wird der
Handelstag von vielen Unternehmenszahlen. Am Abend steht dann die
Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed im Fokus. Die Kauflaune
bremsen die Ölpreise, die angesichts der Wahl in Israel und eines
Medienberichts über mögliche US-Angriffe auf den Iran nach den
US-Zwischenwahlen Anfang November wieder anzogen.
Der Dax notierte zuletzt praktisch unverändert bei
25.591 Punkten. Damit bleibt das Oktoberhoch bei 25.706 Punkten für
den deutschen Leitindex nah. Der MDax der
mittelgroßen Unternehmen sank um 0,1 Prozent auf 30.474 Zähler. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,2 Prozent.
"Die Anleger stehen vor einem Stresstest aus Geldpolitik, Geopolitik
und Quartalszahlen", konstatierte Marktanalyst Timo Emden vom Broker
CapTrader. Befürchtet werde, dass die Fed bei ihrem Drahtseilakt
zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsstützung die Balance
verlieren und damit den geldpolitischen Gegenwind weiter anfachen
könnte.
Nach den Zahlen von Symrise für das dritte Quartal
sowie Aussagen zum Gesamtjahr sackte der Kurs der Aktie um knapp 10
Prozent ab und war damit größter Verlierer im Dax. Die spezifizierte
Zielspanne für die operative Marge (Ebitda) deute für das
Schlussquartal 2026 auf ein verlangsamtes Wachstum auf
vergleichbarer Basis hin, kommentierte Analyst Thomas Maul von der
DZ Bank. Die Konsensschätzungen könnten nun moderat nach unten
revidiert werden, fürchtet er.
Spitzenreiter im Dax waren die Papiere der Deutschen Bank
mit plus 3,6 Prozent. Das Geldhaus verbuchte im
dritten Quartal einen weiteren Rekordgewinn. Damit sei die Bank auf
einem guten Weg, die Ziele für 2026 zu erreichen, bilanzierte
Konzernchef Christian Sewing. Die Erträge - also die gesamten
Einnahmen - könnten nun den Wert von rund 33 Milliarden Euro sogar
noch übertreffen.
Der Gewinn von Mercedes-Benz stieg im dritten Quartal
deutlich, der Umsatz fiel hingegen etwas. Bereits am Dienstag hatte
Mercedes sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr gesenkt.
Neben einem zunehmend schwierigen Umfeld in China erwartet der
Konzern höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für
Material. Die Aktie stieg um 0,4 Prozent, hatte aber am Dienstag
fast 4 Prozent eingebüßt.
Trotz eines unerwartet guten Quartals der BASF und
optimistischer Aussichten für das Gesamtjahr fielen die Aktien des
Chemiekonzerns um 0,8 Prozent. Grund könnte sein, dass die
Markterwartungen derzeit hoch sind. So implizieren nach Ansicht von
Jefferies-Analyst Marcus Dunford-Castro die von der BASF
aktualisierten Aussichten für das vierte Quartal ein operatives
Ergebnis unter der Konsensschätzung.
Auch die Quartalszahlen der DWS konnten die Anleger
nicht überzeugen. Die Papiere der Fondsgesellschaft fielen um 1,7
Prozent. Die Deutsche-Bank-Tochter hatte im Sommer so viel Geld von
Anlegern eingesammelt wie nie zuvor in einem Quartal. Allerdings
stiegen Ertrag und Gewinn deutlich weniger stark als Analysten im
Schnitt erwartet hatten.
Der neue Werkstoffkonzern TK Accelis ist mit zeitweise deutlichen
Gewinnen an der Börse gestartet. Den Aktienkurs des Mutterkonzerns
Thyssenkrupp belastete die Abspaltung hingegen
zumindest optisch stark. Mit dem nun vollzogenen Spin-off wird der
Marktwert des Mutterkonzerns um den Wert des abgespaltenen
Accelis-Anteils bereinigt. Die Aktionäre erhielten je 20
ThyssenKrupp-Aktien einen Anteilsschein von Accelis./edh/jha/