ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx prescht ins Plus vor - London schwach
In der Eurozone sind die Börsen am
Dienstag dank einer Nachmittagsrally noch klar ins Plus
vorgedrungen. Ein Indiz für eine wieder anziehende
Risikobereitschaft der Anleger lieferten die US-Börsen mit den dort
gefragten Technologiewerten. Am Tag vor dem US-Zinsentscheid war es
auch gut für die Stimmung, dass die Ölpreise in der Hoffnung auf
Diplomatie am Persischen Golf etwas nachgaben.
Der EuroStoxx 50 ging 0,79 Prozent höher bei 6.164,69
Punkten aus dem Handel. Er knüpfte so an seine Erholung vom Tief
seit Juni an, die zu Wochenbeginn bereits begonnen hatte.
An wichtigen Länderbörsen außerhalb der Eurozone war das Bild
durchwachsen. Während der Schweizer SMI auf einen
Anstieg um 0,40 Prozent auf 14.597,63 Punkte kam, blieb der
britische FTSE 100 mit seinem Schlussstand von
10.686,54 Punkten klar in der Verlustzone stecken. Unter dem
Einfluss einiger enttäuschender Quartalsberichte büßte der Londoner
Leitindex am Ende 0,75 Prozent ein.
Schlusslicht in Europa waren am Ende die Autowerte, nachdem
Mercedes-Benz die Anleger mit einem gesenkten
Gewinnziel negativ überrascht hatte. Dies machte die Papiere der
Stuttgarter im EuroStoxx mit fast vier Prozent Minus zum
abgeschlagenen Schlusslicht. In Paris folgten dem die Papiere von
Renault und des Zulieferkonzerns Valeo
nach unten.
In London prägte ein Kursrutsch um 5,4 Prozent bei HSBC
das Bild negativ, noch ergänzt um Reckitt
mit einem Abschlag von fast fünf Prozent. Die
Großbank HSBC wurde von durchwachsenen Quartalszahlen belastet, sie
enttäuschte mit den Zinserträgen und dem
Vermögensverwaltungsgeschäft. Reckitt verstimmte die Anleger mit dem
Umsatzwachstum und einem gekappten Jahresziel.
Eine Stütze im Sog der New Yorker Nasdaq waren Technologiewerte mit
Infineon als bester EuroStoxx-Wert. Kurz bevor am
Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen der Tech-Riesen Alphabet
und Microsoft erwartet werden, fragten
Investoren die zuletzt außer Mode geratenen KI-Aktien wieder nach.
In Zürich war Novartis mit Plus von einem Prozent
eine Stütze. Der negative Einfluss von Nachahmer-Präparaten im
dritten Quartal ließ weiter nach, während der Pharmakonzern zugleich
von Produktivitätsverbesserungen profitierte. Dadurch verdiente er
auf bereinigter Basis mehr als erwartet und wurde optimistischer,
was die Gewinnentwicklung in diesem Jahr betrifft.
Unter den kleineren Werten in der Schweiz zogen die Aktien von
Inficon nach Zahlen um gut acht Prozent an. Der
Halbleiter-Aufschwung stimmt den Sensorenhersteller optimistisch für
2027.
Die Papiere des Verpackungsunternehmens SIG Group
sprangen in Zürich sogar um fast zehn Prozent nach oben. Der Konzern
übertraf mit seinen Quartalszahlen selbst die optimistischsten
Erwartungen. Zudem wurden die Jahres- und Mittelfristziele
angehoben./tih/he