ROUNDUP: Deutschland und Singapur bauen Partnerschaft aus
Zum Auftakt seiner Asienreise hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit Singapur eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft vereinbart. "Wir müssen unsere Interessen in einem internationalen Umfeld der neuen Großmachtkonkurrenz behaupten", sagte er nach einem Treffen mit Ministerpräsident Lawrence Wong. Für die kommenden Jahre verabredeten die beiden einen Arbeitsplan zur Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung, Handel und Investitionen, grüne Energie und Künstliche Intelligenz.
Merz sprach sich auch dafür aus, Freihandelsabkommen mit der Region weiter voranzubringen. "Das ist ein bewusster Kontrapunkt zu dem, was wir zurzeit an Einschränkungen des globalen Handels sehen. Wir wollen es anders machen", sagte er offensichtlich mit Blick auf China. Deutschland und die Europäische Union werfen der zweitstärksten Wirtschaftsmacht der Welt unfaire Handelspraktiken vor.
Noch weiter nach Japan und Südkorea
Die Reise des Kanzlers hat das Ziel, die Partnerschaften Deutschlands im Asien-Pazifik-Raum breiter aufzustellen, um Abhängigkeiten von China zu verringern. Dazu reist er von Singapur weiter nach Japan und dann nach Südkorea.
Am Nachmittag (Ortszeit) will Merz eine Grundsatzrede dazu halten - im Rahmen der traditionsreichen Vortragsreihe "Singapore Lecture". Zu den bekanntesten Rednern in der Vergangenheit zählen der frühere südafrikanische Freiheitskämpfer und Präsident Nelson Mandela, der chinesische Präsident Xi Jinping und Ex-Kanzlerin Angela Merkel.
Eine Orchidee namens "Vanda Friedrich Merz"
Als besondere Ehre wurde beim Besuch des Kanzlers eine Orchideensorte nach ihm benannt - so wie das auch schon bei seinen beiden Vorgängern der Fall war. Nach der "Dendrobium Angela Merkel" und der "Renanthera Olaf Scholz" gibt es nun die "Vanda Friedrich Merz" - eine Pflanze mit lila-braunen Blüten und sattgrünen Blättern. Es sei "eine große Ehre" für ihn, sagte Merz bei der kurzen Taufzeremonie im Parlamentsgebäude des tropischen Stadtstaats.
Die Orchidee ist die Nationalpflanze Singapurs. Es hat Tradition, dass hochrangige Gäste dort geehrt werden, indem eine Orchideensorte nach ihnen benannt wird. Das wird auch "Orchideen-Diplomatie" genannt.
Fast 2.400 deutsche Unternehmen in Singapur
Zwischen Deutschland und Singapur gibt es seit vielen Jahren enge Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft, Verteidigung und Forschung. Fast 2.400 deutsche Unternehmen mit insgesamt 45.000 Arbeitsplätzen sind nach Angaben der Bundesregierung in Singapur tätig. Das jährliche Handelsvolumen beträgt 11,8 Milliarden Euro.
Verringerung der Abhängigkeit von China als Ziel
Für Merz ist es die dritte Reise als Kanzler auf den Kontinent, der für die deutsche Wirtschaft von so großer Bedeutung ist. Merz hatte sich im Januar - anders als seine Vorgänger Scholz und Merkel - dafür entschieden, mit Indien das bevölkerungsreichste Land der Welt noch vor China zu besuchen, wo er sich dann erst wenige Wochen später blicken ließ. Ein klares Zeichen, dass er die wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von der Großmacht China bei den Exporten, aber vor allem beim Import wichtiger Rohstoffe verringern will. Dieser sogenannten Diversifizierung dient auch seine jetzige Asienreise./mfi/DP/zb
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