ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne - Sinkende Ölpreise und Frankreich-Rating
Europas wichtigste Aktienmärkte
haben sich zum Wochenstart von ihren Verlusten vom Freitag erholt.
Als Stütze galt, dass die weiterhin sehr hohen Ölpreise etwas
zurückgekommen waren. Zudem entspannte sich die Lage am
französischen Anleihemarkt, nachdem die Ratingagentur Moody's die
Kreditwürdigkeit Frankreichs unerwartet bestätigt hatte. Außerdem
nährte der deutsche Ifo-Index Konjunkturhoffnung.
Der EuroStoxx 50 erholte sich mit einem Anstieg um
0,79 Prozent auf 6.116,23 Punkte von seinem niedrigsten Stand seit
Juni. Der Leitindex der Eurozone konnte seine Gewinne im
Tagesverlauf auch mit den freundlichen US-Börsen ausbauen. Außerhalb
des Euroraums stieg der Schweizer Leitindex SMI um
0,53 Prozent auf 14.538,95 Zähler, während der britische FTSE 100
0,72 Prozent auf 10.767,33 Punkte gewann.
Die Anleger gingen mutig in eine wichtige Handelswoche, die geprägt
ist von den geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken in Europa
und den USA sowie erwarteten Quartalszahlen einiger wichtiger
US-Technologiekonzerne. Am Mittwoch und Donnerstag dürften Microsoft
, Alphabet und Amazon ,
den KI-Megatrend einmal mehr auf den Prüfstand stellen.
Der stärkste Sektor waren die Reisewerte , unter denen
vor allem Fluggesellschaften von der Ölpreis-Entwicklung
profitierten. Aber auch Aktien aus dem Automobilsektor
versuchten, nach ihrer Schwäche vom Freitag eine
Erholungsbewegung einzuleiten. Am unteren Ende des Branchentableaus
rangierte dagegen der Teilindex der Medienwerte .
Banken gehörten zu den gefragten Sektoren nach der
Nachricht, dass Frankreichs Rating von Moody's unverändert bleibt.
Am Markt war wegen der angespannten französischen Haushaltslage und
der jüngsten Proteste damit gerechnet worden, dass Moody's den
beiden anderen wichtigen Ratingagenturen S&P und Fitch folgt und die
Bewertung ebenfalls senkt.
Im Telekom-Sektor war das Bild durchwachsen, die Titel von
Telefonica waren dort mit einem Kursrutsch um fast
sieben Prozent der größte negative Ausreißer. Die US-Bank JPMorgan
hatte die Aktien des spanischen Telekom-Riesen unter Verweis auf
Kreditrisiken auf "Underweight" abgestuft. Als Belastung hinzu kam,
dass Telefonica in Brasilien aktiv ist. Dort sorgte der
überraschende Sieg des Linkspolitikers Lula in einer Stichwahl für
Börsen-Turbulenzen./tih/jha/