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Bürger in Serbien entscheiden über neues Parlament

In Serbien haben am Sonntag vorgezogene Parlamentswahlen begonnen. Rund 6,4 Millionen Wahlberechtigte sind offiziellen Angaben zufolge dazu aufgerufen, die 250 Abgeordneten der Volksversammlung (Skupstina) zu wählen. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) des Langzeitherrschers Aleksandar Vucic und der Liste "Die Studenten siegen" der neuen Studentenbewegung voraus.

Das Ergebnis entscheidet darüber, ob Vucic seine teilweise autoritär ausgeübte Macht bewahren kann oder nicht. In wechselnden Funktionen bestimmt der 56-Jährige bereits seit 2012 die Politik des Landes. Kritiker werfen ihm Korruption und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor. Er war Ende September von seinem Amt als Staatspräsident zurückgetreten, um im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei Regierungschef zu werden.

Wahlen in angespannter Atmosphäre

Sein zweites Mandat als Präsident hätte im Mai nächsten Jahres geendet, ein drittes Mal hätte Vucic nicht kandidieren können. Die Bewegung, die ihn nun herausfordert, ging aus den Protesten nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad im November 2024 hervor. Dabei waren 16 Menschen ums Leben gekommen. Kritiker führten das Unglück auf Korruption und Schlamperei der Vucic-Regierung zurück.

Die Wahlen finden in einer angespannten Atmosphäre statt, begleitet von Vorwürfen der Wählereinschüchterung und des Drucks auf Regierungsgegner. Die Wahllokale schließen um 20.00 Uhr. Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet./gm/DP/zb

AXC0010 2026-10-25/07:54

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