Aktien New York: Nasdaq mit Stabilisierungsversuch - Dow schwächer
Die US-Technologiebörse Nasdaq hat sich am
Freitag nach ihrem jüngsten Kursrutsch etwa stabilisiert. Eine
wirkliche Erholung fand nicht statt. Die zuletzt besser gelaufenen
Standardwerte gaben etwas stärker nach. Die weiter steigenden
Ölpreise wegen der Krise im Nahen Osten mahnen Anleger zur Vorsicht
und schüren wenige Tage vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am
kommenden Mittwoch Inflationsängste.
Der am Vortag um fast 3 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte
September gesunkene Tech-Auswahlindex Nasdaq 100
legte am Freitag zwei Stunden vor dem Börsenende um 0,19 Prozent auf
29.014 Punkte zu. Der Leitindex Dow Jones Industrial
gab um 1,13 Prozent auf 52.269 Zähler nach. Für den marktbreiten S&P
500 ging es um 0,40 Prozent auf 7.632 Punkte nach
unten.
Der Dow hat sich im Oktober schon sichtbar von den zwei
vorangegangenen, schwachen Monaten erholt. Dagegen ist der Nasdaq
von seinem früh im Oktober erreichten Rekordhoch deutlich
zurückgefallen. Im bisherigen Jahresverlauf liegt er aber immer noch
vorn, auch wenn die im Tech-Sektor dominierende KI-Fantasie zuletzt
einige Schrammen davongetragen hat. Die Debatte darüber, ob sich die
immens hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz am Ende
auszahlen werden, bestimmt nach wie vor das Bild.
Diese Wachstumszweifel hatte zuletzt auch Meta zu
spüren bekommen. Die Anleger schickten dessen Aktien am Donnerstag
auf Talfahrt, nachdem der Social-Media- und Technologieriese im
Rahmen seiner Quartalszahlen die Investitionspläne für
KI-Infrastruktur noch weiter nach oben geschraubt hatte. Vor dem
Wochenende waren Meta-Aktien mit minus 0,4 Prozent weit von einer
Erholung entfernt.
Bei American Express stand ein Kursrückgang von 3,6
Prozent zu Buche. Der Finanzkonzern hatte nach Quartalszahlen sein
Gewinnziel für 2026 angehoben. Analysten hatten mit noch höheren
Kreditkartenumsätzen der Kunden gerechnet. American Express streicht
außerdem rund 3.500 Stellen und will auf diese Weise die steigenden
Kosten in den Griff bekommen.
SpaceX verhandelt Kreisen zufolge mit zumindest einem
großen Anbieter über den Kauf von mindestens 80.000 Mobilfunkmasten
und würde damit in das herkömmliche Mobilfunkgeschäft einsteigen.
Bislang verdient der Raumfahrt- und KI-Konzern von Elon Musk in
diesem Bereich sein Geld mit dem satellitengestützten Internetdienst
Starlink. Eines der Unternehmen, mit denen SpaceX derzeit Gespräche
führt, ist Crown Castle , das zusammen mit American
Tower und der nicht börsennotierten Vertical Bridge
zu den größten Eigentümern von Mobilfunkmasten zählt.
Während Crown Castle und American Tower von den Nachrichten mit plus
9,3 beziehungsweise plus 3,2 Prozent profitierten, wurden Aktien von
Mobilfunkanbietern davon belastet. AT&T und T-Mobile
US verloren teils mehr als 6 Prozent aufgrund der
Befürchtungen hinsichtlich der neuen Konkurrenz. SpaceX notierten
mit plus 1,7 Prozent nach hohen Verlusten am Vortag.
Chevron gewannen 2,5 Prozent und führten den Dow
damit an. Auch seit Jahresbeginn sind die Chevron-Papiere mit einem
Plus von mehr als 52 Prozent der stärkste Wert im US-Leitindex. Der
Energiekonzern profitiert vor allem von den steigenden
Ölpreisen./ajx/he