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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX vor schwächster Woche seit April 2025 / Wochenverlust von gut 5,3 Prozent in Aussicht- Hohe Energiepreise und KI-Sorgen belasten - ATX in technischer Korrektur

Nach dem jüngsten Ausverkauf sind sich die Anleger am Wiener Aktienmarkt vor dem langen Wochenende weiter aus dem Risiko gegangen. Gegenwind kam von enttäuschenden Stimmungsdaten aus dem Euroraum und den weiter steigenden Öl- und Gaspreisen. Am Nachmittag lag der ATX 0,84 Prozent im Minus auf 6.211,45 Punkten. Mit einem Verlust von aktuell 5,3 Prozent steuert er auf die schwächste Wochenbilanz seit April 2025 zu. Auch das europäische Umfeld gab zum Wochenausklang nach.

"Es wird ungemütlich an den Finanzmärkten", kommentierten die Analysten der Helaba. "Ein ungutes Gemisch aus geopolitischen Spannungen, dem schier unstillbaren Kapitaldurst im KI-Sektor sowie fortgesetzte Bedenken hinsichtlich Frankreichs Bonität zerren an den Nerven der Anleger." Folglich hätten die Investoren risikoreichere Anlagen gemieden, was auch den zyklisch geprägten ATX stark belastet.

Bereits am Donnerstag war der Leitindex über viereinhalb Prozent abgerutscht. Er notiert nun auf dem tiefsten Niveau seit Mitte Juni. Vom Rekord-Schlusskurs von mehr als 7.000 Punkten Ende September ist der ATX mittlerweile um über elf Prozent zurückgefallen. Marktbeobachter sprechen bei einem Rückgang dieser Größenordnung auch aus technischer Sicht von einer Korrektur. Seit Jahresbeginn liegt der ATX jedoch weiterhin fast 17 Prozent im Plus. Auch im Vergleich mit anderen europäischen Benchmarks hat der österreichische Leitindex damit klar die Nase vorn. In der Spitze hatte das Jahresplus nahezu ein Drittel betragen.

Frische Konjunkturdaten trugen zum Wochenausklang kaum dazu bei, die Sorgen der Anleger zu lindern. In Frankreich fiel die Unternehmensstimmung angesichts der politischen Unruhen und der Sorgen über die Staatsfinanzen deutlich. Zudem signalisiert der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität.

Am Vortag waren, neben einem Kurseinbruch bei AT&S, auch die konjunktursensiblen Bankwerte unter die Räder gekommen. Nach einem zunächst positiven Handelsstart setzte sich dieser Trend auch am Freitag fort. Erste Group und BAWAG tendierten bis zu 1,4 Prozent leichter. RBI sackten um 4,2 Prozent ab. AT&S büßten weitere 2,4 Prozent ein.

Immobilienwerte knüpften hingegen an ihre jüngste Stärke an. Angesichts des jüngsten Marktstresses mehren sich die Zweifel darüber, ob die Europäische Zentralbank (EZB) in diesem Jahr überhaupt noch einmal die Zinsen anheben kann, merkten die Marktstrategen der Deutschen Bank an. CA Immo stiegen um 1,2 Prozent.

spa/ste

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