Aktien Europa: Verluste - Aktien von Volvo Cars und Kering brechen ein
Europas Börsen haben am Freitag
weiter nachgegeben. Schwache US-Vorgaben und hohe Energiepreise
zügelten einmal mehr die Notierungen. "Steigende Ölpreise und das
Meta-Debakel haben den Nasdaq 100
erneut um fast drei Prozent nach unten geschickt", merkte
Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets an. Die
hohen Investitionen des US-Unternehmens in Künstliche Intelligenz
verstärkten Sorgen, dass die Ausgaben schneller stiegen als die
Erträge.
Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,69 Prozent auf
6.044,88 Punkte. Auch außerhalb des Euroraums ging es nach unten.
Der Schweizer Leitindex SMI sank um 0,68 Prozent auf
14.448,00 Punkte, der britische FTSE 100 gab um 0,55
Prozent auf 10.666,04 Punkte nach.
Schwächster Sektor waren die Autowerte. Desaströse Geschäftszahlen
bescherten den Aktien von Volvo Cars einen Einbruch
von 26 Prozent. Das Unternehmen war im dritten Quartal tief in die
Verlustzone gerutscht. Auch der Nutzfahrzeughersteller Volvo AB
konnte die Anleger mit seinem Quartalsbericht nicht
überzeugen. Die Aktie sank um ein Prozent.
Mit den Zahlen von Kering kam es erneut zu einer
negativen Überraschung im Luxussegment. Die Aktie büßte wegen der
Lage bei der wichtigen Marke Gucci 11,7 Prozent ein. Auch andere
Werte des Sektors schwächelten. Einen Lichtblick gab es dagegen von
L'Oreal , deren Aktien sich mit den Luxuswerten im
Sektor der Konsumgüter befinden. Hier ging es um 4,7 Prozent nach
oben. Die Analysten von Jefferies bezeichneten die Zahlen zum
dritten Quartal als beeindruckend. Der Kosmetikkonzern habe die
Konsensschätzungen deutlich übertroffen. Bau- und Baustoffwerte
zeigten sich dagegen vergleichsweise stabil. Sie profitierten von
den Kursgewinnen von Holcim , die nach ihren
Quartalszahlen um sechs Prozent anzogen. Die Analysten von Goldman
Sachs hoben die starke operative Entwicklung trotz eines schwierigen
Marktumfelds hervor.
Die Berichte anderer Unternehmen des Sektors kamen dagegen nicht so
gut an. Während die Aktien von Vinci auf der Stelle
traten, ging es für Sika um 1,7 Prozent abwärts. Dem Bericht des
Bauchemiekonzerns gewannen die Analysten von Baader zwar positive
Aspekte ab, doch das China-Geschäft lasse zu wünschen übrig. Die
Zahlen des französischen Infrastrukturunternehmens bezeichneten die
Experten von Jefferies dagegen als unspektakulär.
Angesichts weiter gestiegener Ölpreise lagen die Ölwerte an der
Spitze der Einzelsektoren. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz
hatte nach eigenen Angaben das saudische Verteidigungsministerium in
Riad angegriffen, womit sich die Lage weiter verschärft hatte.
Aktien von Eni gewannen nach neuen Zahlen über vier
Prozent. Die Analysten von JPMorgan attestierten dem italienischen
Konzern ein weiteres starkes Quartal. Zudem hatte Eni den
Aktienrückkauf aufgestockt./mf/stk